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Optimierung Datenbankzugriff Firebird
Moin allerseits,
ich greife mit den IBDac-Komponenten auf eine Firebird-Datenbank zu, in der bereits 16 Tabellen existieren. Beim Verbinden mit den Tabellen vergehen knapp 8 Sekunden, und mir kommt das doch ein wenig lang vor. Zum Projekt: Auf einem Datenmodul sitzen eine TIBCConnection, 16 TIBCTable mit den dazugehörenden TIBCDataSource und zwei TIBCTransaction. In OnShow der Hauptform rufe ich meine Verbindungs-Funktion auf:
Delphi-Quellcode:
Das dauert meinen Messungen nach in der IDE im Debug-Mode 141 Millisekunden, dagegen als Exe Release gestartet nur noch 93 ms. Der Verbindungsaufbau zur Datenbank ist also nicht das Problem, wie ich oben schon andeutete. Die 16 TIBCTable-Komponenten auf Active := True zu setzen, dauert:
function TDatMod.Verbinden_Datenbank : Boolean;
begin Trennen_Datenbank; ConMain.Username := Adr_Types.URec.DB_User; ConMain.Password := Adr_Types.URec.DB_Pass; ConMain.Options.Role := Adr_Types.URec.DB_Role; ConMain.Server := 'localhost'; ConMain.SQLDialect := 3; ConMain.LoginPrompt := False; ConMain.Options.Charset := 'UTF8'; ConMain.Options.UseUnicode := True; IF Adr_Types.DB_Embedded THEN BEGIN ConMain.ClientLibrary := Adr_Types.URec.Pfad_Main + Adr_Types.Client_EmbedDLL; ConMain.Database := Adr_Types.URec.Pfad_Main + Adr_Types.DatenbankDateiName; END ELSE BEGIN ConMain.ClientLibrary := Adr_Types.URec.Pfad_Main + Adr_Types.Client_ServerDLL; ConMain.Database := Adr_Types.URec.Pfad_DB + Adr_Types.DatenbankDateiName; END; TRY ConMain.Connect; EXCEPT on e:exception DO ShowMessage('Fehler beim Verbinden mit der Datenbank: ' + e.Message); END; Result := ConMain.Connected; end; IDE Debug-Mode 8827 ms, Exe Release 7155 ms. Danach kommt das Setzen diverser Einstellungen von Tabellen, Sortierreihenfolgen usw., das dauert: IDE Debug-Mode 2422 ms, Exe Release 1828 ms. Die Tabellen setze ich mit TIBCTable.Open aktiv:
Delphi-Quellcode:
Von einem freundlichen Programmiererkollegen mit Win 7 und Radstudio XE2 erhielt ich folgende Testergebnisse, nachdem er mein Projekt auf seinem System getestet hatte:
function TDatMod.Verbinden_Tabellen: Boolean;
begin Result := False; TRY Tab_Benutzer.Open; Tab_Rechte.Open; Tab_Geschlecht.Open; ... Result := True; EXCEPT on e:exception DO ShowMessage('Fehler beim Verbinden mit den Tabellen: ' + e.Message); END; end; *** Wie oben Win 7 32 Bit Debug IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 70 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 5129 Set_Einstellungen; 2327 *** Wie oben Win 7 64 Bit Debug IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 58 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 3867 Set_Einstellungen; 1847 *** Wie oben Win 7 32 Bit Release IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 60 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 5076 Set_Einstellungen; 2306 *** Wie oben Win 7 64 Bit Release IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 64 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 3855 Set_Einstellungen; 1777 *** Wie oben Win 7 32 Bit Debug IDE IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 160 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 5957 Set_Einstellungen; 2532 DatMod.ZweiteVerbindung; 55 *** Wie oben Win 7 64 Bit Release IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 196 IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 3854 Set_Einstellungen; 1579 DatMod.ZweiteVerbindung; 48 Auf seinem Rechner, der ungefähr dieselbe Taktfrequenz und Ausstattung wie meiner hat (2x3 GHz, 4 GB Speicher) geht es also am schnellsten, wenn er eine 64-Bit-Anwendung erzeugt und mit einer 64-Bit-Firebird-Installation arbeitet. Leider kann ich nur 32-Bit-Anwendungen erzeugen, aber ich glaube, daß man das irgendwie optimieren kann, hab aber im Moment keinen blassen Schimmer, wo ich ansetzen könnte. Der Eintrag DatMod.ZweiteVerbindung; in den letzten beiden Versuchen beschreibt die Zeit, die eine zweite Verbindung mit nur einer Tabelle benötigt (incl. Datenbankverbindung und Tabellen-Komponente auf aktiv setzen. Bei dieser zweiten Verbindung wurden keine Komponenten aufs Datenmodul geschoben, sondern dieselben im Create des Datenmoduls erst erzeugt:
Delphi-Quellcode:
Die Verbindung wird bei dieser Zweitverbindung erst hergestellt, wenn die erste Verbindung bereits besteht:
procedure TDatMod.DataModuleCreate(Sender: TObject);
begin ConMainX := TIBCConnection.Create(DatMod); TransMainX := TIBCTransaction.Create(DatMod); Tab_LandX := TIBCTable.Create(DatMod); Dsrc_LandX := TIBCDataSource.Create(DatMod); end;
Delphi-Quellcode:
Wäre es angesichts der Tatsache, daß die Zweitverbindung nur 48 ms inkl. einer Tabelle benötigt, hilfreich, alle Komponenten erst zur Laufzeit zu erzeugen? Ich könnte das ja mühevoll austesten, aber vielleicht hat ja bereits jemand diesen Versuch gemacht.
procedure TDatMod.ZweiteVerbindung;
begin ConMainX.Username := Adr_Types.URec.DB_User; ConMainX.Password := Adr_Types.URec.DB_Pass; ConMainX.Options.Role := Adr_Types.URec.DB_Role; ConMainX.Server := 'localhost'; ConMainX.SQLDialect := 3; ConMainX.LoginPrompt := False; ConMainX.Options.Charset := 'UTF8'; ConMainX.Options.UseUnicode := True; ConMainX.ClientLibrary := Adr_Types.URec.Pfad_Main + Adr_Types.Client_ServerDLL; ConMainX.Database := Adr_Types.URec.Pfad_DB + Adr_Types.DatenbankDateiName; ConMainX.DefaultTransaction := TransMainX; ConMainX.Connect; TransMainX.Active := True; Tab_LandX.Connection := ConMainX; Tab_LandX.TableName := 'LAND'; Tab_LandX.KeyGenerator := 'GEN_LAND_ID'; Tab_LandX.KeyFields := 'IDX_LAND'; Tab_LandX.IndexFieldNames := ''; Tab_LandX.Options.BooleanDomainFields := True; Tab_LandX.Open; Dsrc_LandX.DataSet := Tab_LandX; Dsrc_LandX.Enabled := True; end; Was gäbe es sonst noch für Möglichkeiten, die Herstellung der Verbindungen zu beschleunigen? |
AW: Optimierung Datenbankzugriff Firebird
Moin...
die Lösung ist einfach... Zitat:
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Ich vermute auch, dass es an den beim Öffnen zu ladenenden Datenmengen liegt. Ich bezweifle, dass alle 16 sofort benötigt werden und, wie haentschman schon schrieb, die bei den benötigten Tabellen nicht deren vollständigen Inhalt.
Zudem kannst du auch mit der embedded Dll auf einen Server zugreifen ( dann über IP) |
AW: Optimierung Datenbankzugriff Firebird
Moin,
das hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. deinem Tabellendesign, aber auch generell davon, das du halt TTable Varianten benutzt. Da sind längst nicht alle Komponentenvarianten schnell und die treiben meistens einen Riesen Overhead gegenüber reinen SQL Komponenten, bei denen du bestimmt, welches SQL ausgeführt wird und wann es ausgeführt wird. Wenn du sehr viele Felder in deinen Tabellen hast müssen wesentlich mehr Metadaten geladen werden. Was Firebird wirklich macht kannnst du z.B. bei FB25 mit der TraceAPI erkennen ![]() Dazu kommt dann noch die von dir benutzte Firebird Version. Wenn es der Superclassic oder classic ist und du anden Cache Buffers nichts geändert hast, dann liegt wohl auch da der Hund begraben. Beim Superserver, den ich für jeden empfehle, der sich weniger mit FB auskennt, der default cache buffer mit 2048 ok, beim classic oder superclassic mit 75 viel zu gering. sehe kannst du den Wert in der Datenbankstatistik oder hier ![]() Ich hab mir die statischen Datenmodule mit hunderten von Komponenten schon vor Jahren abgewöhnt. Bei diversen Delphi Consulting Jobs sehe ich aber noch Datenmodule mit hunderten von Datasets, das ist kaum wartbar, entsteht aber meistens im Laufe der Jahre weil man mal so angefangen hat und nun an zig tausend TField Objekten und TDataset Events was rangebastelt hat, was man nicht mal eben ändern kann. Ich erzeuge alle Datasets zur Laufzeit, aber performancemäßig macht das eigentlich keine Unterschied. Wenn es geht, dann vermeide generell TTable Varianten, da geht Komfort für den Programmierer zu Lasten Performance für Endanwender. Evtl. hast du aus der TraceAPI ode rdurch geänderte Cache Buffers ja schon neue Erkenntnisse |
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Zitat:
Schau Dir auch mal im Taskmanager den Ramverbrauch deiner EXE an, da wirst Du sehen je mehr Daten da sind desdo mehr ram verbraucht deine exe. PS: bei 2 GB ist dann schluß .. bei 32 bit anwendung .... |
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Zitat:
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@alle: Das sind in er Tat sehr nützliche Tipps und Hinweise, die ihr da parat habt. Es wird echt Zeit, daß ich mich mit all diesen Optimierungsmöglichkeiten eingehender befasse. Immerhin hab ich heute nacht noch bis gegen 4 Uhr herumprobiert und getestet. Ich hab da eine Tabelle, die enthält 10 Felder und derzeit ca. 300.000 Datensätze. Bin noch am Einlesen, am Ende werden es knapp eine Million Datensätze sein, dazu 5 Untertabellen mit jeweils 2 bis 4 Feldern, die auch bis zu 50.000 Datensätze fassen.
Auf die meisten Tabellen werden beim Start Locate-Methoden angewandt, um die zuletzt bearbeiteten Datensätze für den Anwender sofort sichtbar zu machen. Auch das werde ich nochmal überdenken, denn eigentlich benötigt der Anwender nur zwei oder drei Tabellen, mit denen er wirklich ständig arbeitet. Das sollte auch etwas Geschindigkeit beim Start bringen. In den Options der Tab-Kompos habe ich bereits das Property QueryRecordCount deaktiviert. Das hat die Sache schon mal ein wenig beschleunigt, denn das Durchzählen der Datensätze nimmt natürlich auch Zeit in Anspruch. Ich werde den RecordCount bei den entsprechenden Tabellen in der Anwendung verwalten. @Holger Klemt & haentschman: Die Table-Komponente von IBdac soll ja laut Dokumentation ein direkter Abkömmling von TCustomIBCQuery sein. Aber ich probier's heute mal aus, problematische Table-Komponenten durch Queries zu ersetzen. Bei den Tabellen für Benutzereinstellungen, Benutzerrechte, Geschlecht und Anrede kann ich mir das schenken, die enthalten nur ein paar Datensätze. @Holger Klemt: Hab leider nur die Personal-Version von IBExpert. Aber die Database-Properties kann ich mir natürlich anzeigen lassen: Unter Buffer steht Pages auf 90 und KB auf 1440. Hab jetzt mal den Wert auf 10000 kb erhöht, dabei entstehen 625 Seiten und der Sweep-Interval steht auf 20000. Leider weiß ich nicht mehr genau, welche Firebird-Version (v2.5) ich installiert hatte, aber ich glaube mich zu erinnern, daß es er Classic-Server war. IBexpert schreibt mir das heraus, wenn ich die Servereigenschaften abfrage: Server Version: WI-V2.5.2.26539 Firebird 2.5 Server Implementation: Firebird/x86/Windows NT Service Version: 2 Zitat:
Zitat:
@alle: Nochmal vielen Dank an euch, ich werde jetzt gleich nach dem verspäteten Frühstück darangehen, eure Vorschläge umzusetzen. |
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Meine Empfehlung wären ebenfalls Queries, die gezielt Teilmengen abrufen.
Mit Table Komponenten habe ich schon lange nicht mehr gearbeiet, gibt es da sowas wie max-records? Wenn Du bei Tables bleiben musst/willst, probier doch mal Filter auf PK Felder, die garantiert eine leere Menge ergibt (oder eine garantiert kleine~1 Datensatz z.B... Im weiteren Programmverlauf muss natürlich was sinnvolles in den Filter rein, Hauptsache, die große Tabellen werden nicht/niemals ungefiltert geöffnet und alles wird geladen. |
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Zitat:
Die Obergrenze liegt so bei 16 bis 20 Stück. Es ist wichtig, die Abfragen thematisch auf mehrere Datenmodule zu verteilen und jedes Datenmodul möglichst so zu designen, dass es keine Abhängigkeiten zu anderen Datenmodulen hat. Du hast ganz richtig erkannt, dass zu viele Datasets auf einem Datenmodul extrem schwer zu warten sind. Deine Schlussfolgerung in Zukunft ALLE Datasets zur Laufzeit zu erzeugen ist aber auch nicht die Lösung. Du verschenkst damit Entwicklungszeit und erhöhst die Menge des Sourcecodes. (je mehr Sourcecode, umso mehr Fehlermöglichkeiten gibt es) |
AW: Optimierung Datenbankzugriff Firebird
Zitat:
Mit dem Umstellen von TIBCTable auf TIBCQuery habe ich das goldene Los gezogen, die Startzeit hat sich nun merklich verringert:
Code:
IF NOT DatMod.Verbinden_Datenbank THEN 124
IF NOT DatMod.Verbinden_Tabellen THEN 31 Set_Einstellungen; 2156 |
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 00:53 Uhr. |
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