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Wichtigkeit von SW Architektur
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Eine Frage habe ich zur praktischen Anwendung der "Softwarearchitektur". Ich habe mich mit dem Thema Systemarchitektur schon oft auseinandergesetzt und kenne zum Beispiel den amerikanischen Verteidigungsstandard DoDAF zur Definition einer Architektur. Mich würde interessieren, wie ihr die Architektur definiert und nach Delphi bzw. Lazarus umgesetzt habt. Nutzt ihr UML, wenn ja, welches Tool und welche Ansichten. Beschränkt sich die Architektur auf Klassendiagramme oder geht sie darüber hinaus? Neben dem Vorgehen von Holger, interessiert mich auch, wie andere professionelle Entwickler von Euch vorgehen, um eine SW Architektur zu beschreiben und zu entwickeln. |
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Gute Frage, habe mich auch schon gefragt wie das gemacht wird. Da ich immer "ohne Plan" schreibe, und nach einem Jahr nicht mehr weiß, wie das ganze funktioniert.
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Vor UML steht m.E. eine Sammlung von Anforderungen, die schon abhängig von der Projektart erhoben werden müssen.
- Kundenprojekt - eigenes Produkt - Neuentwicklung / Weiterentwicklung Dann wäre zu klären, wie heterogen die Einsatzlandschaft ist und Nutzungsart. Jenachdem komme ich hier zu verteilten Systemen, Mehrschicht -, Zweischicht oder Monolith. Mehrschichtsysteme und verteilte laufen meist auf unterschiedlichen Architekturen. Unterschiedliche Architekturen haben unterschiedliche Anforderungen und Aufgaben. Daraus ergeben sich diverse Vorgaben, die das System erfüllen muss. Diese Vorgaben gehen m.E. in Summe weit über eine funktionale bzw. fachliche Anforderung hinaus, sie betreffen auch Sicherheitsaspekte, Administration, Verfügbarkeit, Ressourcenbedarf, Kosten usw. Damit kann man modellieren, z.B. in UML, BPMN, .. Auch wenn es ja in einem solchen Prozess keine Umsetzungsentscheidungen geben soll. In der Realität ist das normal, von Unternehmenspolicies ala "nur MS Produkte mit Wartung / Support", über existierende Partnerschaften und eigene Produktlandschaften bis hin zu Entwickler und Know How Ressourcen bis was weiß ich. Diese Themen werden ebenso gesetzt |
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Unter Software-Architektur verstand ich bislang immer die Gestaltung der grundsätzlichen Arbeitsweise einer zu entwickelnden Anwendung. Dazu gehört erst einmal die Frage nach der Gestaltung der GUI, aber auch andere Fragen, z.B.:
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Wobei das was Du "intern" nennst eigentlich das Wichtigere ist! Bzw. ein Teil davon, und vor Allem das, was Du vergessen hast.
Die UI ist in diesem Kontext unwichtig, bzw. gehört nur bedingt zur Architektur. Zitat:
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![]() Eine Definition von Helmut Balzert beschreibt den Begriff als „eine strukturierte oder hierarchische Anordnung der Systemkomponenten sowie Beschreibung ihrer Beziehungen“. Die Architekturkomponenten bilden eine Zerlegung des Gesamtsystems, was bedeutet, dass jedes Softwareelement genau einer Architekturkomponente zugeordnet ist. Paul Clements beschreibt Softwarearchitektur als „Strukturen eines Softwaresystems: Softwareteile, die Beziehungen zwischen diesen und die Eigenschaften der Softwareteile und ihrer Beziehungen“. Die Softwarearchitektur ist Teil des Softwareentwurfs (siehe SWEBOK), innerhalb dessen sie als Grobgliederung der Komponenten entsteht. Während der Softwareentwurf sich auch auf lokale Aspekte innerhalb des architektonischen Rahmens der Software bezieht und deshalb sehr detailliert sein kann, ist die Softwarearchitektur eine globale Eigenschaft des Gesamtsystems. Dennoch danke ich dir für deine Korrketur, denn nun muß ich in Betracht ziehen, daß die visuelle Gestaltung der Anwendung nicht Teil der Software-Architektur ist – falls deine Aussage zutrifft, was ich derzeit nicht wirklich beurteilen kann. Zitat:
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Mit den Komponenten sind die Teile (oder meinetwegen auch die beteiligten Module) der Software gemeint, das hat mit Delphi-Komponenten nichts zu tun.
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Hallo,
was mich bisher besonders irritiert ist diese Aussage aus dem anderen Thread: Zitat:
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Ein Modul ist eine abgeschlossene funktionale Einheit einer Software, bestehend aus einer Folge von Verarbeitungsschritten und Datenstrukturen. Inhalt eines Moduls ist häufig eine wiederkehrende Berechnung oder Bearbeitung von Daten, die mehrfach durchgeführt werden muss. Das Modul führt eine Reihe von Verarbeitungsschritten durch, liefert bei der Rückkehr an das aufrufende Programm Daten als Ergebnis zurück. Dann wäre jede Funktion im Programm ein Modul? Oder zusammengehörende Methoden z.B. einer Klasse wären ein Modul? Was ich damit sagen will: Es ist schwer, solche abstrakten Modelle wie die Software-Architektur zu verstehen, wenn die in der Erläuterung verwendeten Begriffe nicht eindeutig definiert sind. Wenn ich versuche, mir das alles mit Wikipedia zu erschließen, begegnet mir eine zunehmende Anzahl solcher Begriffe, die ich wiederum nachschlagen muß und die dann zu noch mehr unbekannten bzw. undefinierten Begriffen führen. Immerhin finde ich ![]() Ein Aspekt der Softwarearchitektur ist die Herstellung von Unterprogrammen zur Verwendung in mehreren Computerprogrammen/-Anwendungen. Bestimmte technische oder betriebliche Funktionen (zum Beispiel eine Prüfziffernberechnung) können so beispielsweise unternehmensweit einheitlich genutzt werden. Natürlich weiß ich nicht, inwieweit Wikipedia-Artikel von kompetenten IT-Fachleuten geschrieben wurden und ob sie dem aktuellen Stand entsprechen, aber ich gehe einmal davon aus, daß dem zumindest im wissenschaftlich-technischen Bereich so ist. Die ![]() Die Beschreibung einer Softwarearchitektur enthält Informationen über die Struktur („Komponentisierung“) eines Software-Systems, aber auch Informationen über die Kommunikation zwischen Komponenten, sowie deren Abbildung auf Hardware- oder Software-Ressourcen (Verteilung und Deployment). Dabei kann eine Softwarearchitektur unterschiedliche Ausprägungen haben:
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Diese sprachunabhängige Schnittstelle kann alle möglichen Ausprägungen haben - es kann eine simple Request/Response Web Service Schnittstelle sein (JSON über HTTP), oder ein Mix aus Kommunikationsmodellen (Broadcast, Publish/Subscribe ...). "Extrem" einfach ist der Austausch, wenn die Schnittstelle nur Techniken und Protokolle verwendet die von allen gewünschten Entwicklungsumgebungen oder Sprachen weitgehend unterstützt werden. Ein Beispiel ist SOAP: wenn alle Werkzeuge in der Lage sind, eine WSDL-Datei (Web Service Definition) zu verstehen und daraus client- oder serverseitigen Sourcecode zu erzeugen, kann man SOAP einsetzen. Wenn man dann den Server austauschen will, kann man dies tun ohne an den Clients Änderungen vornehmen zu müssen. |
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Total beliebig ist es natürlich nicht, sondern man geht davon aus, dass backend seitig die Services oder Daten konform zu gewissen Standards bereitgestellt werden. Letztlich definiert sich genau der Nutzen der "Austauschbarkeit" und damit Unabhängigkeit und Flexibilität an den verwendeten Interfaces, die Anzahl der Schichten bzw. das konkrete Produkt ist dann eben egal. Zumindest in der Theorie, in der Praxis eben dann, wenn beide Seiten des Interfaces dieses auch vollständig und fehlerfrei bedienen. Interface Beispiel IMAP, es interssiert niemanden, welcher Provider, welche Software serverseitig läuft und es interessiert genausowenig, welcher Client, welches ClientOS, .. die Daten abfragt, solange beide IMAP sprechen. P.S: hab die Antwort von mjustin übersehen. |
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Hallo,
vielen Dank euch Beiden für die Antworten. Dass damit die 3-Schicht-Architektur gemeint sein könnte, hab ich mir auch schon gedacht, war mir allerdings nicht sicher. Denn, daraus die "extreme" Austauschbarkeit der IDE bzw. der Programiersprache abzuleiten, halte ich persönlich für etwas gewagt. Eine 3-Schicht-Architektur ist wohl nicht extenzielle Grundvoraussetzung für irgend ein popeliges Kleinprojekt. Wenn es folglich um größere Projekte geht, dann wird der Austausch der IDE bzw. der Programmiersprache - egal ob beim Front- oder Backend - schon eine echte Herausforderung, an welcher sich wahrscheinlich schon einige SW-Hersteller etwas "verhoben" haben. EDIT: @SirRufo Jetzt hab ich etwas mehr Ahnung davon, warum Manager so viel Gutes tun |
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Wenn man es richtig angeht, kann man mit den Bausteinen dieser Architekturen dann auch Lastverteilung auf beliebig viele Server leichter umsetzen als mit monolithischen Lösungen. Ich habe dazu vor längerer Zeit diese Präsentation gefunden, die das Thema locker angeht: ![]() Ein lesenswertes Buch das darin empfohlen wird ist "Enterprise Integration Patterns" |
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Moin,
bin im Moment ein wenig dicht mit Arbeit, melde mich aber zu dem Thema noch, um meine Sicht der Dinge zu schildern und was ich generell mit Architektur meine |
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Wenn man sich dem Thema Software Architektur nähern will, dann schießt man meiner Meinung nach mit Begriffen wie MVC, 3-Schichten-Architektur, Micro-Services über das Ziel hinaus. Das sind vorgedachte Architektur Patterns, die im schlimmsten Fall einem Missbrauch nicht standhalten. Ich gestehe ich lerne auch immer noch. Zur Zeit lese ich (passend zum Link) mal wieder "Clean Code" von Robert C. Martin. Da ich täglich mit Delphi Leagcy-Systemen arbeite deren Entwicklung teilweise mit Delphi3 begonnen wurde, brauch ich manchmal eine kleine Erinnerung um die "hohen" Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. :-) Als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, haben mir Aussagen wie:
Zum Glück ist das schon eine Weile her, aber ich habe ja noch meine Leagacy-Projekte. Vor ein paar Monaten fand man da noch, sagen wir mal 10 Klassen mit mindestens einer Methode, die 30 Parameter hatten, meistens waren es die gleichen, in der gleichen Reihenfolge, aber natürlich nicht immer. Mein Highlight 30 Parameter, 50 locale Variablen, 1000 Zeilen Code. Zum Glück sind die Dinge die einem helfen können bereits seit langem niedergeschrieben. Lesen und die Kraft finden die Ideen und Vorschläge umzusetzen muss man dann allerdings schon selbst. Leider hatte ich nie einen Kollegen, wie im fiktiven Interview, der weiß wovon er spricht. |
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Ein Bauarbeiter, der ein bekanntes Pattern (Fachwerk, Klinker) im Bauplan sieht, kann hier seine Fähigkeiten anwenden und weiter verbessern. Würde jeder Architekt sein eigenes Süppchen kochen, würde auch jedes Mal Mumpitz herauskommen. Genauso verhält es sich mit der Softwarearchitektur. Für den Städtebau (=Enterprise/Systemarchitektur) benötige ich ganz andere Pattern (Infrastruktur, Straßen- und Verkehrsplanung etc.) Aber immer sollten Standards und bekannte Techniken verwendet werden. Nur bei neuen Anforderungen sollten auch neue Wege gegangen werden. Ebenso, wie der Profi-Bauarbeiter die richtigen Techniken draufhaben muss, sollte der Programmierer die SOLID-Prinzipien verinnerlicht haben. Natürlich wird man DI in einem kleinen Tool nicht verwenden, ebenso wenig, wie man für eine Hundehütte oder den Gartenpavillion die neuesten Erkenntnisse der Spannbetonbauweise anwendet. |
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Zitat:
Und manchmal muss man auch erst jahrelang schmerzhafte Erfahrungen machen um die Motivation für die "aufwendigere" Technik nachvollziehen zu können. |
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Es nützen einem aber weder die buntesten Bilder, die griffigsten Buttons, die schnellste Internet-Anbindung noch die performanteste Datenbank wenn die Anwendung falsch arbeitet.
MVC, MVVM, GUI, RDBMS, JSON, SOAP, HTTP, ......... kann man am Anfang getrost komplett vergessen. Viel wichtiger ist es eben zunächst festzulegen, was soll wann wie passieren und wann darf es nicht passieren:
Wenn diese Regeln dann definiert wurden, dann kann man den Rest der Anwendung (GUI, DAL) darum bauen. Denn ob diese Anwendung nachher auf einem Webserver läuft oder nativ ist oder auf einem Mobile Device, diese Regeln müssen eingehalten werden, weil sonst die Anwendung ja nicht mehr das macht, was die eigentlich soll. Im Prinzip liegen gewisse Dinge eh schon fest (es wird mit Delphi programmiert, als Framework nehmen wir FMX und der Kunde hat schon einen XY-Datenbank-Server den man benutzen kann, bzw. er bekommt einen weitern DB-Server denn mit der Wartung kennt er sich schon aus). |
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Und wenn man diese Regeln dann in Delphi oder was auch immer so programmiert, dass man kaum oder keine Abhängigkeiten zu LIBs oder RTLs erzeugt, dann ist es relativ einfach, das ganze in eine andere Sprache zu portieren. Weil die Grundsätze sind ja in den meisten Sprachen die selben (Schleifen, Objekte,....).
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Zitat:
Die Kommunikation mit der konkreten Aussenwelt erfolgt (wo es dann wieder Abhängigkeiten von Framework xy gibt) über Interfaces die dann auch austauschbar sind (zum Testen, zum Umstellen). Das Beispiel von Uncle Bob zeigt doch sehr schön diese Abstraktion der Abhängigkeiten (um eben nicht abhängig zu sein). Hier mal so ein Beispiel in Delphi
Delphi-Quellcode:
unit Domain.BusinessRules.ChangeUserPassword;
interface uses Domain.BusinessRules.Core, Domain.Exceptions; type IChangeUserPasswordRuleGateway = interface( IBusinessRuleGateway ) function GetUserById( const aUserid: TUserId ): TUser; procedure SaveUser( aUser: TUser ); end; TChangeUserPassword = class( TBusinessRule<IChangeUserPasswordRuleGateway> ) public procedure Execute( const aUserid: TUserId; const NewPassword: string ); end; implementation { TChangeUserPassword } procedure TChangeUserPassword.Execute( const aUserid : TUserId; const NewPassword: string ); var lUser: TUser; begin if not Authority.IsAuthenticated then TDomainException.ThrowNotLoggedIn; // Nicht angemeldet if not Authority.CurrentUserId.Equals( aUserid ) and not Authority.HasRole( 'admin' ) then TDomainException.ThrowNotAllowed; // Keine Berechtigung Gateway.StartTransaction( ); try lUser := Gateway.GetUserById( aUserid ); try if not Assigned( lUser ) then TDomainException.ThrowNotFound; // Unbekannter Benutzer lUser.Password := NewPassword; Gateway.SaveUser( lUser ); finally lUser.Free; end; Gateway.EndTransaction( ); except Gateway.RollbackTransaction( ); end; end; end.
Delphi-Quellcode:
unit Domain.BusinessRules.Core;
interface type IAuthorityContext = interface function GetIsAuthenticated: Boolean; property IsAuthenticated: Boolean read GetIsAuthenticated; function GetCurrentUserId: TUserId; property CurrentUserId: TUserId read GetCurrentUserId; function HasRole( const aRole: string ): Boolean; end; IBusinessRuleGateway = interface procedure StartTransaction( ); procedure EndTransaction( ); procedure RollbackTransaction( ); end; TBusinessRule<TGateway: IBusinessRuleGateway> = class abstract private FGateway : TGateway; FAuthority: IAuthorityContext; protected property Authority: IAuthorityContext read FAuthority; property Gateway : IChangeUserPasswordRuleGateway read FGateway; public constructor Create( const AGateway: TGateway; const AAuthority: IAuthorityContext ); end; implementation { TBusinessRule<TGateway> } constructor TBusinessRule<TGateway>.Create( const AGateway : TGateway; const AAuthority: IAuthorityContext ); begin inherited Create; FAuthority := AAuthority; FGateway := AGateway; end; end. |
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