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Registriert seit: 27. Nov 2017 2.555 Beiträge Delphi 7 Professional |
#1
Männer werden immer und überall an erster Stelle genannnt.
Die allgemein übliche Anrede (sowohl in Schrift als auch im gesprochenen Wort) ist "Sehr geehrte Damen und Herren". Politiker verwenden oft "Bürgerinnen und Bürger" (nicht nur in der Ansprache bei Reden, sondern auch allgemein), oder (im linken Spektrum) "Genossinnen und Genossen". Im kirchlichen Bereich sind es "Schwestern und Brüder", wenn "die Gemeinde" persönlicher angesprochen werden soll. Und natürlich hast Du Recht: Bei der Anrede gilt: Lady is first. Einfach aus Höflichkeit und Respekt. Männer möchten gerne als Kavaliere wahrgenommen werden, dann sollen sie sich halt eben auch entsprechend verhalten ![]() Wenn ich z. B. hier so im Internet auf diversen Nachrichtenseiten die neuesten Informationen lese, so fällt mir immer wieder auf, dass dort von den jeweils betroffenen "Männern und Frauen" die Rede ist und nicht von den betroffenen "Damen und Herren". Mag kleinlich klingen, aber sowas stört mich. @TigerLilly: Türe aufhalten ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Das Geschlecht, Herkunft, ... der "nachkommenden Person" sind mir dabei vollkommen wurscht. Insgesamt muss ich aber sagen: Deine Erfahrungen mit dem Türaufhalten kann ich in vollem Umfang bestätigen. Höflichkeit und respektvoller Umgang sollte keine Frage des Geschlechts der jeweiligen Personen sein, sondern eine grundsätzliche Haltung. Studenten sind immer männlich, ein Hinweis, das männliche Studenten männlich sind, ist eigentlich nicht erforderlich (aber typisch männlich)
![]() ![]() Als Student oder weiblich Studentin wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ...
Doch, für alle die, die immer ignoriert werden, ist das Alltag, nicht für die Ignorierenden (oder müsste es hier grammatikalisch Ignoranten heißen?)
![]() Ein Ignorant ist jemand, der sich nicht um Wissen, Erkenntnis und Wahrnehmung bemüht und daher (absichtlich) unwissend verbleibt.
Nee, die Frauen haben durch das -in nicht eine Sonderstellung, sondern den Hinweis darauf, dass sie eben keine Männer sind, sondern "nur" Frauen. Im Ursprung nur als Hinweis darauf, dass sie die Frau eines Herren, mit entsprechender Berufsbezeichnung war. Die Fleischerin war im Ursprung lediglich die Frau des Fleischers. Die Amtsrätin die Frau des Amtsrates, aber nicht die Frau, die den entsprechenden Beruf ausübte. Die Ärztin war früher "lediglich" die Frau des Arztes. Die Frau Dr. Geheimrat, die Geheimrätin, war "lediglich" die Frau des Herrn Dr. Geheimrat.
Das -in ist nicht als Bevorzugung oder Herausstellung, geschweige den Besserstellung gemeint (gewesen), sondern "nur" als Hinweis, dass es sich bei der Person eben nicht um einen Mann handelt, sondern um das "Anhängsel" an einen Mann, was eben durch das Anhängsel -in deutlich gemacht wurde. (Jedenfalls wenn wir mal auf den Ursprung dieser Formulierungsform zurückgehen.) Das es heute nicht mehr zwingend so gesehen wird, ist ja schon mal ein Fortschritt. Wir leben aber heute. Die Bäckin war die Frau vom Bäck, was aber eben nicht besagt, dass sie nach heutiger Formulierung Bäckerin war, sondern eben einfach nur die Frau des Bäckers. Das -in am Ende war nur der Hinweis darauf, dass die Dame dem Herrn, mit dem entsprechenden Beruf, angetraut war, aber nicht, dass sie diesen Beruf ausgeübt hat, geschweige denn die Möglichkeit hatte, überhaupt einen Beruf zu erlernen. Mit schuften ja, aber sonst auch nix. Und wenn wir nicht mehr in Zeiten von Hexenverbrennung und Teufelsaustreibung leben, warum müssen wir denn dann die Formulierungen, die auf diese Zeit zurückzugehen scheinen, im täglichen Umgang beibehalten? ![]() Ich musste z.B. erst mal überlegen, welche Geschlechter die Personen aus meinem Bericht da überhaupt hatten. Die spielten für mich real überhaupt keine Rolle.
Interessant ist, dass Du dabei in Betracht ziehst, dass alle Personen mehrere Geschlechter haben könnten. ![]() Ich musste z.B. erst mal überlegen, welches Geschlecht die Personen aus meinem Bericht da überhaupt hatten. Das spielte für mich real überhaupt keine Rolle.
![]() Wenn beim Notruf dann gefragt würde, ob der Patient männlich oder weiblich ist, dann macht das für die Behandlung Sinn. Aber ob der die Notärztin ein Notarzt bzw. die Notarztassistentin ein Notarztassistent oder die Notarztfahrerin ein Notarztfahrer ist, ist völlig egal. Die grundsätzliche Nutzung der männlichen Form, macht die männliche Form noch lange nicht zu einem generischen Begriff. Und ja, was ich hier mache ist in einem bestimmten Teil sicherlich Korinthenkackerei oder Haarspalterei, aber wir müssen damit Leben, dass diese Ungenauigkeit für andere durchaus verletzend sein kann. Und darauf kann man Rücksicht nehmen. Wir möchten ja auch von den anderen Personen respektvoll behandelt werden.
Und bei Stellenausschreibungen, amtlichen Bekanntmachungen, Gesetzen, Berichten in Funk und Fernsehen, schriftlichen Medien, u. s. w., erwarte ich diesen respektvollen Umgang allen Personen gegenüber. Ob der Täter groß oder klein ist oder ein Mann oder Frau ist in dem Fall egal. Wenn in einer Vorschrift männliche Täter explizit anderes behandelt werden sollen, dann muss das ausdrücklich so festgeschrieben werden. Wobei es ja bereits biologisch männliche Täter gab, die sich rechtlich als Frau eintragen lassen haben oder generell männliche Gewalttäter, die auf dem Weg in Frauenhäuser unterkommen wollten. Wessen Rechte unterstützt man dann? Da kommt man eben auch immer wieder zu Problemen. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass wir zwar die gleiche Sprache nutzen, sie im Kontext oft aber sehr unterschiedlich interpretieren. Das ist halt so, damit kann ich leben, diese Unterschiede kann ich zur Kenntnisnehmen und ggfls. dort, wo sie mich stören ignorieren (statt mich aufzuregen), weil ich weiß was gemeint ist, auch wenn ich es nicht so formulieren würde oder die gewählte Formulierung eher grenzwertig finde. Aber diese Form zu ignorieren macht mich nicht zu einem Ignoranten. Der wäre ich aber dann, wenn ich nicht bereit wäre, die andere Art von Formulierungen zur Kenntnis zu nehmen und sinngemäß zu interpretieren und ggfls. sinngemäß darauf einzugehen. Vielleicht sollten weibliche Formen von Nomen abgeschafft werden.
Wenn es nur noch Bürger und keine Bürgerinnen mehr gibt, dann muss zwangsweise das Geschlecht mit angegeben werden, wenn man ein bestimmtes Geschlecht meint. Wenn man Bürger meint, dann sagt man "Liebe Bürger" (alle Geschlechter) Wenn man die männlichen Bürger meint, dann sagt man "Liebe männlichen Bürger". Wenn man Bürgerinnen mein dann sagt man "Liebe weiblichen Bürger". In der Regel würde man immer sagen "Liebe Bürger", denn in den meisten Gesprächen ist das Geschlecht völlig unterheblich. Es gibt kein Alleistellungsmerkmal (-innen) mehr für Frauen. Frauen sind dann zwangsläufig "mitgemeint", weil es keine spezielle weibliche Form mehr gibt. Männer sind dann zwangsläufig "mitgemeint", weil es keine spezielle männliche Form mehr gibt. Das Problem mit dem Status quo behebt man doch nicht, in dem man den Status quo zu Status quo erhebt ![]() Warum nicht einfach so? ![]() Wenn man alle anwesenden Personen meint, dann sagt man "Liebe Bürgerinnen und Bürger"
Wenn man die Damenwelt ansprechen möchte, dann sagt man "Liebe Bürgerinnen". Wenn man die Kerls meint, dann sagt man "Liebe Bürger". Das wäre ein zielorientierter Ansatz, dem ich zustimmen würde. Aber...
Wie gesagt, die Abschaffung unterschiedlicher Artikel könnte ich nachvollziehen. Das wäre sicherlich machbar. Dann muss aber die Genderfraktion auch damit klar kommen, dass Frauen nicht explizit zusätzlich zur allgemeinen Form genannt werden. Vermutlich gäbe das auch einen Aufschrei, dass die weibliche Form doch keinesfalls abgeschafft werden dürfe.
Wenn von Studentinnen die Rede ist, fühlen sich die Studenten eben auch alle angesprochen, bei Ärztinnen fühlen sich die Ärzte ebenso angesprochen. Dann reden wir eben nicht mehr von Männern, sondern grundsätzlich von Frauen. Dann musst Du Dich eben auch angesprochen fühlen, wenn von Frauen die Rede ist. Ist doch bestimmt kein Problem für Dich. Wenn es vom Podium heißt: Sehr geehrte Damen, dann fühlst Du Dich als Herr natürlich auch angesprochen. Oder wäre das eher gewöhnungsbedürftig? Wenn ja, warum denn genau das der Damenwelt permanent zumuten? Geändert von Delphi.Narium (22. Dez 2021 um 11:44 Uhr) Grund: wieder mal Schreibfehler |
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#2
Mag kleinlich klingen, aber sowas stört mich.
Was ist mit Problemen, die andere erst durch eine Sprachänderung empfinden? Mich stört das deutsche Zahlensystem. Insbesondere, dass man z.B. EintausenZweihundertVierUndDreißig sagt statt EintausenZweihundertDreißigUndVier. Das sollten wir ändern. Hab' da mal gerade so ein bisserl gesucht:
![]() Als Student oder weiblich Studentin wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ...
Die Kernaussage ist: "Als Student wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ..." Wenn es sich spezifisch um eine weibliche Person (also weibliche Studentin) handelt, ist die spezifische Bezeichnung "Studentin". Das ist aber eben ein Sonderfall, der eine Untergruppe der Gesamtgruppe betrifft. Selbst Deine gewählte Definition behauptet nicht, dass nur männliche Personen Studenten sein können. Wenn das der Fall wäre, dann wäre der Unterschied zwischen einem Studenten und einer Studentin so gravierend, dass eine gemeinsame Bezeichnung so undenkbar wäre wie von Mensch und Alien. Dabei sollte es aber doch keine Unterschiede gaben, bis auf das im Studien-Zusammenhang nicht relevante Geschlecht. Wenn das Geschlecht einer an der Uni eingeschriebenen Person unbekannt, unbestimmt oder uninteressant ist, fällt die Person in die Gruppe der Studenten. "Mehrere Studenten haben Fenster eingeschlagen." ... sagt eben nichts über deren Geschlecht aus. "Mehrere Studentinnen haben Fenster eingeschlagen." ... sagt aus, dass diese Studenten alle weiblich waren. Ich denke, ich ziehe mich hier mal raus. Gesagt ist alles und da sind wohl unvereinbare Weltanschauungen im Hintergrund, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Mit der Zeit muss das die Mehrheit entscheiden, welcher Weg gegangen wird.
Stahli
![]() --- "Jetzt muss ich seh´n, dass ich kein Denkfehler mach...!?" Dittsche (2004) |
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#3
Mag kleinlich klingen, aber sowas stört mich.
Was ist mit Problemen, die andere erst durch eine Sprachänderung empfinden? Mich stört das deutsche Zahlensystem. Insbesondere, dass man z.B. EintausenZweihundertVierUndDreißig sagt statt EintausenZweihundertDreißigUndVier. Das sollten wir ändern. Hab' da mal gerade so ein bisserl gesucht:
![]() Als Student oder weiblich Studentin wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ...
Die Kernaussage ist: "Als Student wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ..." Wenn es sich spezifisch um eine weibliche Person (also weibliche Studentin) handelt, ist die spezifische Bezeichnung "Studentin". Das ist aber eben ein Sonderfall, der eine Untergruppe der Gesamtgruppe betrifft.
![]() ![]() ![]() Selbst Deine gewählte Definition behauptet nicht, dass nur männliche Personen Studenten sein können.
Wenn das der Fall wäre, dann wäre der Unterschied zwischen einem Studenten und einer Studentin so gravierend, dass eine gemeinsame Bezeichnung so undenkbar wäre wie von Mensch und Alien. Dabei sollte es aber doch keine Unterschiede gaben, bis auf das im Studien-Zusammenhang nicht relevante Geschlecht. Wenn das Geschlecht einer an der Uni eingeschriebenen Person unbekannt, unbestimmt oder uninteressant ist, fällt die Person in die Gruppe der Studenten.
"Mehrere Studenten haben Fenster eingeschlagen." ... sagt eben nichts über deren Geschlecht aus. "Mehrere Studentinnen haben Fenster eingeschlagen." ... sagt aus, dass diese Studenten alle weiblich waren.
![]() Deine Form der Formulierung lässt eine klare und saubere Unterscheidung nicht zu. Wenn bei Studenten immer die studierenden Damen und Herren gemeint sind, wie wird es denn dann formuliert, wenn es nur um die Herren geht? "Männliche Studenten"? Warum denn dann bei der Damenwelt "weibliche Studentinnen"? Dann muss das konsequenter Weise "weibliche Studenten" heißen, da Studenten ja die weibliche Form implizieren soll. Weibliche Studentinnen ist dann irgendwie redundant, ähnlich wie "weibliche Frauen" oder etwas altertümlicher "weibliche Weiber" analog zu "männlichen Männern"? Ich denke, ich ziehe mich hier mal raus. Gesagt ist alles und da sind wohl unvereinbare Weltanschauungen im Hintergrund, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen.
Mit der Zeit muss das die Mehrheit entscheiden, welcher Weg gegangen wird. Von daher: Wir sind uns einig, dass wir uns nicht einig sind. Ist halt so. |
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#4
Wir scheinen da in einigen Bereichen grundsätzlich andere Wahrnehmungen zu haben
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Registriert seit: 27. Nov 2017 2.555 Beiträge Delphi 7 Professional |
#5
![]() ![]() ![]() Jooo, das trifft es absolut ![]() Vor allem oft schon bei so absolut banalen Dingen. |
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Registriert seit: 26. Nov 2003 Ort: Halle/Saale 4.352 Beiträge Delphi 11 Alexandria |
#6
Wenn das Geschlecht einer an der Uni eingeschriebenen Person unbekannt, unbestimmt oder uninteressant ist, fällt die Person in die Gruppe der Studierenden.
"Der oder die nachrichten sprechende hat vorgetragen, dass straf verfolgende mehrere straftätige verhaftet und den richtenden vorgeführt haben. Straf anwälige haben den Fall übernommen. Der oder die zunächst verdächtige mordende M. konnte entlastet werden, weil er oder sie seit zwei Jahren im Koma liegt." - nur mal so grob, wie sich das nach meinem Verständnis anhören wird. Nach Deiner Logik müsste man wohl so ähnlich sprechen...
Stahli
![]() --- "Jetzt muss ich seh´n, dass ich kein Denkfehler mach...!?" Dittsche (2004) |
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#7
Wenn das Geschlecht einer an der Uni eingeschriebenen Person unbekannt, unbestimmt oder uninteressant ist, fällt die Person in die Gruppe der Studierenden.
"Der oder die nachrichten sprechende hat vorgetragen, dass straf verfolgende mehrere straftätige verhaftet und den richtenden vorgeführt haben. Straf anwälige haben den Fall übernommen. Der oder die zunächst verdächtige mordende M. konnte entlastet werden, weil er oder sie seit zwei Jahren im Koma liegt." - nur mal so grob, wie sich das nach meinem Verständnis anhören wird. Nach Deiner Logik müsste man wohl so ähnlich sprechen... Dort wo es erforderlich ist, benutze ich einfach beide Formen. Dann mache ich mir die "Arbeit" und spreche von "Studentinnen und Studenten". Statt auf Biegen und Brechen eine absolut geschlechtsneutral Formulierung zu erzwingen, zähle ich einfach die "Unmenge" von zwei Möglichkeiten auf. (Bezüglich Transgender: Bei denen, die ich bisher kennen lernen durft, entsprach die persönliche Geschlechtszugehörigkeit nicht der per Geburtsurkunde vorgegebenen. Aber alle fühlten sich einem der beiden Geschlechter zugehörig, nur halt eben nicht dem Geschlecht, das ihnen von der Gesellschaft anhand von äußerlichen, körperlichen Merkmalen bei der Geburt zugeordnet wurde. (Mit sehr wenigen Ausnahmen: ![]() Dein obiges Beispiel könnte man so formulieren: ![]() "In den Nachrichten wurde berichtet, dass von den Strafverfolgungsbehörden mehrere Strafverdächtige verhaftet und den Gerichten vorgeführt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Die zunächst des Mordes verdächtigte M. konnte entlastet werden, weil sie seit zwei Jahren im Koma liegt."
![]() "In den Nachrichten wurde berichtet, dass von den Strafverfolgungsbehörden mehrere Strafverdächtige verhaftet und den Gerichten vorgeführt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Der zunächst des Mordes verdächtigte M. konnte entlastet werden, weil er seit zwei Jahren im Koma liegt."
Wenn eine Person einer Straftat verdächtigt wird und namentlich (wenn auch nur durch den Anfangsbuchstaben) genannt wird, ist das Geschlecht bekannt, es handelt sich hier um eine konkret benennbare Person (wenn auch in anonymisierter Form). In dem Fall ist eine geschlechtsneutrale Formulierung nicht angebracht, nicht zielführend, sondern dient in der Argumentationskette nur zur Verwirrung, um eine vermeintliche Kompliziertheit zu suggerieren, die schlicht und einfach nicht gegeben ist. Soll auch das Geschlecht "unbekannt" bleiben, also nicht genannt werden, könnte man es so formulieren: ![]() "In den Nachrichten wurde berichtet, dass von den Strafverfolgungsbehörden mehrere Strafverdächtige verhaftet und den Gerichten vorgeführt wurden. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall übernommen. Die zunächst des Mordes verdächtigte Person konnte entlastet werden, weil sie seit zwei Jahren im Koma liegt."
Da der Threadanlass ja die gendergerechte Formulierung in Stellenanzeigen war und bei Stellenanzeigen nunmal die "Zielperson" unbekannt ist, ist dort eine geschlechtsneutrale oder eine alle Geschlechter umfassende bzw. benennende Formulierung angebracht. Und es geht dabei nicht um "irgendeinen feministischen Quatsch", sondern einfach um die Umsetzungen eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes, dass auf den Grundlagen unserer Verfassung beruht (s. o.). Also mit Nichten ![]() Die Forderungen aller Bandbreiten kommen aus der feministischen Ecke.
![]() Wenn aber über eine konkrete weibliche Person berichtet wird, ist die weibliche Form angebracht und nicht das "generische Maskulinum". Ebenso ist bei einer konkreten männlichen Person die männliche Form angebracht. Und beim Gendern geht es nicht darum, dass wir jetzt alle im täglichen Sprachgebrauch, beim Kaffeeklatsch, dem Bürotratsch, was auch immer, genau auf die gendergerechte Formulierung achten. Aber es geht darum, das in öffentlichen, der Allgemeinheit zugänglichen bzw. an die Allgemeinheit gewandten Texten, Informationen, Berichte, wie auch immer, auf eine ausgewogene und alle berücksichtigende, nicht diskriminierende Formulierung geachtet wird. Für Stellenanzeigen, Nachrichtenmeldungen, ... sehe ich darin auch keinerlei Problem. Die deutsche Sprache bietet, auch ohne Änderungen, diese Möglichkeiten. Man (insbesondere Mann) muss sich halt nur mal die Mühe machen, sie korrekt zu nutzen. Vielleicht beim Sprechen / Schreiben einfach die Präzision nutzen, ohne die die Programmierung nicht auskommt. Beim Programmieren muss man alle Möglichkeiten ausprogrammieren und kann nicht sagen, wenn ich das eine programmiere, dann ist damit einfach mal alles gemeint. Warum nicht einfach mal die gleiche Präzision beim Umgang mit den Mitmenschen? Geändert von Delphi.Narium (22. Dez 2021 um 16:45 Uhr) Grund: wie üblich Schreibfehler zu spät gefunden |
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Registriert seit: 15. Mär 2007 4.167 Beiträge Delphi 12 Athens |
#8
![]() ![]() Seit Jahrzehnten wird „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ in Kitas und Grundschulen gesungen. Einfacher Text, eingängige Melodie und dann noch der Spaß mit der Vokalverschiebung zu „Dra Chanasan“ oder „Dri Chinisin“.
![]() Dann muss das wohl weg. Drei Chinesen mit Kontrabass, rassistischer geht es schon gar nicht mehr. (Und meine Tochter hatte das Lied so geliebt ![]() Geändert von Rollo62 (22. Dez 2021 um 17:29 Uhr) |
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Registriert seit: 10. Jan 2006 Ort: Offenbach 3.811 Beiträge Delphi 12 Athens |
#9
Drei Chinesen mit Kontrabass, rassistischer geht es schon gar nicht mehr.
(Und meine Tochter hatte das Lied so geliebt ![]() O'Neill
Oliver
Geändert von Sherlock (Morgen um 16:78 Uhr) Grund: Weil ich es kann |
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Registriert seit: 19. Okt 2003 Ort: Heilbronn 689 Beiträge Delphi 10.4 Sydney |
#10
Die Kernaussage ist: "Als Student wird eine Person bezeichnet, die in einer Einrichtung des tertiären Bildungsbereichs ..."
Wenn es sich spezifisch um eine weibliche Person (also weibliche Studentin) handelt, ist die spezifische Bezeichnung "Studentin". Das ist aber eben ein Sonderfall, der eine Untergruppe der Gesamtgruppe betrifft. |
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