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Gendering in Jobangeboten

Ein Thema von stahli · begonnen am 28. Nov 2021 · letzter Beitrag vom 7. Apr 2022
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stahli

Registriert seit: 26. Nov 2003
Ort: Halle/Saale
4.352 Beiträge
 
Delphi 11 Alexandria
 
#1

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 12:02
@TigerLilly

Ok, Äpfel mit Birnen darf man nicht vergleichen.

Aber Bürgerinnen und Bürger schon. Bürgerinnen sind doch keine eigene Spezies!?
Das ist eine große Gruppe, die nochmal nach spezifischen Eigenschaften (wie dem Geschlecht oder der Hautfarbe oder der Herkunft oder der Größe) unterteilt werden kann - aber nicht muss.

Wenn Du aber davon ausgehst, dass Bürgerinnen und Bürger abgesehen von ihrem Geschlecht nicht das Gleiche sind ... dann ... weiß ich an der Stelle nicht weiter...

Mir war unklar ob mit "Bürgerinnen und Bürger" alle geschlechtlich nicht eindeutig zuzuordnenden Personen der zweiten Gruppe zuzuordnen wären oder gar nicht mit bezeichnet sind.
Wenn "Bürgerinnen" und "Bürger" völlig unabhängige Gattungsbegriffe sind, dann ... ok, dann klärt sich die Frage auch nicht.


Also für mich sind das völlig akademische Probleme, für die man keine vernünftige Lösung finden kann. Die Forderungen der feministischen Gruppen widersprechen sich ja auch andauernd gegenseitig.
Stahli
http://www.StahliSoft.de
---
"Jetzt muss ich seh´n, dass ich kein Denkfehler mach...!?" Dittsche (2004)
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Rollo62

Registriert seit: 15. Mär 2007
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Delphi 12 Athens
 
#2

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 12:06
Also für mich sind das völlig akademische Probleme, für die man keine vernünftige Lösung finden kann.
Puuuuh, endlich traut sich Einer das mal auszusprechen
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Redeemer

Registriert seit: 19. Jan 2009
Ort: Kirchlinteln (LK Verden)
1.115 Beiträge
 
Delphi 2009 Professional
 
#3

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 18:30
Auch wenn ich in Teilen inhaltlich bei euch bin, aber wir sind alle zu geschätzt über 90 % weiße - mehr oder weniger alte - in der Regel heterosexuelle Männer aus Mitteleuropa.
Uns fehlt die Erfahrung und die Perspektive von (unterdrückten) Minderheiten oder Mitmenschen,
Wenn sie heute mehr Gehör finden, müssen Diverse dann nicht gerade früher unterdrückter gewesen sein?

Ich kann ja durchaus verstehen, dass man etwas studieren möchte, das sich mit nur zwei verschiedenen Ausprägungen beschäftigt – aber ich hab mich für Informatik entschieden.
Ähm, geht es da am Ende nicht auch nur um 0 und 1?
Das war der Witz: 0 und 1 - oder m und w. (Oder spät dann: Fachkraft oder arbeitslos.)

Ich kann ja durchaus verstehen, dass man etwas studieren möchte, das sich mit nur zwei verschiedenen Ausprägungen beschäftigt – aber ich hab mich für Informatik entschieden.
Ähm, geht es da am Ende nicht auch nur um 0 und 1?
Quantencomputing möchte sich gerne mit dir darüber unterhalten 🤪
Quantencomputing ist die Gender Studies der Informatik? Nicht-binäre Bits. (Und dabei steht doch Bit für binary digit!)

Ich empfinde es aber wie gesagt vor allem deshalb als problematisch, weil so getan wird als wären damit quasi alle Probleme gelöst. Einfach mal alles gendern und schon ist die Welt schön. Und das sehe ich nicht so.
Ich sags mal zynisch: Nein es sind nicht alle Probleme gelöst. Aber man hat dann nicht das Problem, wegen einer Stellenanzeige eine Anzeige wegen Diskriminierung zu bekommen bezüglich AGG.
Wir lösen ein Problem, das wir sonst gar nicht hätten. Gibt ja den Spruch: „In der Mathematik löst man Probleme, die man ohne Mathematik nicht hätte.“ Gender Studies ist denke ich eher eine Suche nach Problemen, die wir ohne Gender Studies nicht hätten – denn wir hatten sie in den vergangenen Jahrtausenden nicht, denn da hatten wir richtige Probleme.

Also für mich sind das völlig akademische Probleme, für die man keine vernünftige Lösung finden kann.
Puuuuh, endlich traut sich Einer das mal auszusprechen
Sowas kommt auch nur, wenn es sonst gerade nichts zu berichten gibt. Ist ein bisschen wie Fridays for Future – von denen hat man 2020 genau gar nichts gehört, nachdem das mit Corona los ging.
(Ich kritisiere hiermit nicht, dass etwas für den Klimaschutz getan wird, sondern dass, was der Nuhr hier ab etwa 14:20 sagt, also das Große und Ganze komplett auszublenden. Beispiel: Zu fordern, dass wir das energieeffizienteste Kohlekraftwerk Europas (Datteln IV) gar nicht erst ans Netz gehen lassen damit wir ineffizienter produzierten Strom aus dem Auslang einzukaufen müssen, ist halt keine gute Idee.)
Janni
2005 PE, 2009 PA, XE2 PA
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Rollo62

Registriert seit: 15. Mär 2007
4.166 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#4

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 18:44
Beispiel: Zu fordern, dass wir das energieeffizienteste Kohlekraftwerk Europas (Datteln IV) gar nicht erst ans Netz gehen lassen damit wir ineffizienter produzierten Strom aus dem Auslang einzukaufen müssen, ist halt keine gute Idee.)
Aaaaber das ist dann noch eine politisch völlig korrekte Forderung, auch wenn sie dem eigentlich gewünschten Zweck um 180° entgegensteht.
So ist die Welt eben heute gestrickt (und bald mehrheitlich gewollt), was willste machen ?

Das müssen dann die Fridays for Future später mal nur noch mit sich selbst ausmachen, Schade dass die Kultur des Erfahrungsaustausches zw. alt und jung wohl ausser Kraft gesetzt ist.
Das ist in anderen Kulturen zum Glück noch etwas anders, in DE aber droht es zu versickern.
Genau deswegen macht mir das riesige, immer jünger werdende Parlament, Wahlen ab 16, usw. Sorgen.
Nicht das ich was gegen Jüngere hätte, im Gegenteil, aber Jüngere mit zuviel "Aktionismus-Drang" und zuviel "Gerechtigkeits-Sinn" sind auch nicht der Weisheit letzer Schluss.
Es gibt keine absolute Gerechtigkeit, blöderweise vergisst die Menschheit das alle paar Jahrzehnte wieder, und drängelt in den nächsten *ismus.

Wie heisst es doch so schön: "Jeder*innen muss seine Fehler eben selbst machen"
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Daniel
(Co-Admin)

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#5

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 20:23
Zitat:
Wir lösen ein Problem, das wir sonst gar nicht hätten. Gibt ja den Spruch: „In der Mathematik löst man Probleme, die man ohne Mathematik nicht hätte.“ Gender Studies ist denke ich eher eine Suche nach Problemen, die wir ohne Gender Studies nicht hätten – denn wir hatten sie in den vergangenen Jahrtausenden nicht, denn da hatten wir richtige Probleme.
„Richtige Probleme“ ? Dein Ernst? Die Gender Studies befassen sich nicht zuletzt mit Diskriminierung, die uns - in vielfältiger Weise - durch alle Jahrhunderte bis zum heutigen Tage begleitet hat und immer noch begleitet. Es ist essentiell wichtig, solche Probleme anzusprechen und sichtbar zu machen. Zum Beispiel auch durch Sprache. Das allein wird nicht alle Probleme lösen, aber es ist ein Anfang.

Viele Meinungen hier erfüllen perfekt das Klischee des „weißen alten Mannes“. Um so wichtiger, dass selbst eine Stellenanzeige durch ihre Formulierungen für Aufmerksamkeit sorgt - offensichtlich liegt noch ein weiter Weg vor uns.
Daniel R. Wolf
mit Grüßen aus Hamburg
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bernau

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#6

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 30. Nov 2021, 21:26
Die Gender Studies befassen sich nicht zuletzt mit Diskriminierung, die uns - in vielfältiger Weise - durch alle Jahrhunderte bis zum heutigen Tage begleitet hat und immer noch begleitet. Es ist essentiell wichtig, solche Probleme anzusprechen und sichtbar zu machen. Zum Beispiel auch durch Sprache. Das allein wird nicht alle Probleme lösen, aber es ist ein Anfang.
Du hast recht. Diskrimminierung muss bekämpft werden. Dennoch darf/soll man darüber diskutieren, ob eine bestimmte Massnahme Sinn macht, oder diese eine andere Sache verschlechtert. Und beim Gendern darf man ruhig geteiler Meinung sein. Probleme kann man nicht bekämpfen, in dem man andere Probleme erzeugt.

Durch das dauerhafte Benennen von beiden Geschlechtern in einem langen Text, wird dieser einfach unleserlich und unverständlich. Ausserdem wird grade durch Doppelbenennung die Geschlechterteilung hervorgehoben, was man doch grade vermeiden will. Ein Beispiel, aber es gibt viele davon. Der Nutzen rechtfertigt nicht den dadurch entstehenden Nachteil der Unverständlichkeit.

Umstände kann man nicht ändern, in dem man die Sprache ändert. Die Sprache wird sich ändern, wenn sich die Umstände ändern.


Viele Meinungen hier erfüllen perfekt das Klischee des „weißen alten Mannes“. Um so wichtiger, dass selbst eine Stellenanzeige durch ihre Formulierungen für Aufmerksamkeit sorgt - offensichtlich liegt noch ein weiter Weg vor uns.
(m/w/d) in einer Stellenanzeige sorgt nicht mehr für Aufmerksammkeit. Es ist in jeder Anzeige zu finden, weil es einfach drin sein muss. Ich glaube nicht, dass bei einer eine Anzeige sich mehr Frauen bewerben nur weil der Zusatz (m/w/d) in der Anzeige vorhanden ist.
Gerd
Kölner Delphi Usergroup: http://wiki.delphitreff.de
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TigerLilly

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#7

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 1. Dez 2021, 07:04
Das generische Maskulinum gibt es ja nicht in allen Sprachen. Also können wir gut vergleichen, ob die Sprache einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Geschlechter hat:
https://www.marktforschung.de/aktuel...r-wahrnehmung/

Scheden hat ein geschlechterneutales pronomen schon längst eingeführt. Effekte?
https://www.tagesspiegel.de/gesellsc.../24906988.html

Irgendwer hat den Mangel an Forschung kritisiert:
https://www.genderleicht.de/wissen/

Und eine gute Zusammenfassung:
https://www.quarks.de/gesellschaft/p...und-was-nicht/
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Rollo62

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#8

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 1. Dez 2021, 07:14
Viele Meinungen hier erfüllen perfekt das Klischee des „weißen alten Mannes“.
Na schön, dann bin ich wohl endgültig ein "alter weisser Mann", trotzdem darf ich doch im Geiste noch 17 beleiben, oder nicht ?

Wenn dem nun schon so ist, dann doch bitteschön auch Stellenanzeigen wie folgt ändern (m,w,d,awm),
mit "awm" = "alte weisse Männer"

Man hat doch nicht Denk- und Redeverbot, nur weil plötzlich von allen Seiten tolle, neue Ideen hochsprudeln, um die Welt zu verbessern ( wobei manche Ideen auch ziemlich verstaubt daherkommen ).

Ich habe das immerhin schon seit über 30 Jahren praktisch gemacht, indem ich zig. andere Kulturen, Frauen, ältere Mitarbeiter, LSB und vielleicht auch Diverse im Beruf gleichermaßen gefördert und unterstützt habe, so wie alle Anderen auch.

Wer Vorurteile gegen Diverse abschaffen will sollte besser keine neuen Vorurteile gegen "alte weisse Männer" schaffen.

Für mich zählen eher die Taten und die einzelnen Personen selbst, statt irgendwelcher Schablonen die man versucht über die Menschen zu stülpen.

Übrigens: "Alte weisse Männer" werden die jungen Leute von heute auch noch, nur eben etwas später

Geändert von Rollo62 ( 1. Dez 2021 um 07:19 Uhr)
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TiGü

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#9

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 1. Dez 2021, 10:54
Auch wenn ich in Teilen inhaltlich bei euch bin, aber wir sind alle zu geschätzt über 90 % weiße - mehr oder weniger alte - in der Regel heterosexuelle Männer aus Mitteleuropa.
Uns fehlt die Erfahrung und die Perspektive von (unterdrückten) Minderheiten oder Mitmenschen,
Wenn sie heute mehr Gehör finden, müssen Diverse dann nicht gerade früher unterdrückter gewesen sein?
Wenn du aufgrund äußeren oder inneren Merkmalen als Mensch vor 80 Jahren ins Gas geschickt, vor 50 Jahren kriminalisierst und heutzutage vielleicht nur zusammengeschlagen wirst, wenn du auf die falsche betrunkene Gruppe triffst, ist das zwar eine Verbesserung, aber kein endgültiger erstrebenswerter Zustand.
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stahli

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#10

AW: Gendering in Jobangeboten

  Alt 1. Dez 2021, 11:00
Das hat aber nichts mit Grammatik und Sprechpausen zu tun.
Stahli
http://www.StahliSoft.de
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"Jetzt muss ich seh´n, dass ich kein Denkfehler mach...!?" Dittsche (2004)

Geändert von stahli ( 1. Dez 2021 um 11:02 Uhr)
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