AGB  ·  Datenschutz  ·  Impressum  







Anmelden
Nützliche Links
Registrieren
Thema durchsuchen
Ansicht
Themen-Optionen

Warum gibt es hier eine Acess Violation?

Ein Thema von Benmik · begonnen am 7. Dez 2018 · letzter Beitrag vom 18. Dez 2018
Antwort Antwort
Seite 1 von 2  1 2      
Benmik

Registriert seit: 11. Apr 2009
570 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#1

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 00:04
Oouuh, jetzt fällt mir eine mögliche Antwort selber ein.

Die Routine "HierKnallts" ist eine Callback-Routine, deren aufrufende Routine von einer weiteren Unterprozedur von "Test" aufgerufen und mit @HierKnallts übergeben wird.
Obwohl man im Debugger die Variable ohne weiteres sieht, erinnere ich mich, dass es da mit der Sichtbarkeit Probleme gab. Daher funktioniert auch die globale Variable.
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von jaenicke
jaenicke

Registriert seit: 10. Jun 2003
Ort: Berlin
9.919 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#2

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 01:29
Ich kann nur den Rat geben niemals Variablen oberhalb von Unterroutinen einer Methode zu deklarieren. Das führt nur zu Konfusionen. Man sollte die benötigten Variablen an Unterroutinen immer direkt mitgeben.

Sprich statt:
Delphi-Quellcode:
procedure Test;
var
  Dingliste:TDingliste;

  procedure HierKnallts;
  begin
    Dingliste.add(Ding); // Access Violation
  end;

begin
  ...
  HierKnallts;
end;
Besser:
Delphi-Quellcode:
procedure Test;

  procedure HierKnallts(ADingliste: TDingliste);
  begin
    ADingliste.add(Ding);
  end;

var
  Dingliste: TDingliste;
begin
  ...
  HierKnallts(Dingliste);
end;
So kann man viel leichter debuggen was da wo schief geht...

Die Routine "HierKnallts" ist eine Callback-Routine, deren aufrufende Routine von einer weiteren Unterprozedur von "Test" aufgerufen und mit @HierKnallts übergeben wird.
Obwohl man im Debugger die Variable ohne weiteres sieht, erinnere ich mich, dass es da mit der Sichtbarkeit Probleme gab. Daher funktioniert auch die globale Variable.
Wenn es Probleme mit der Sichtbarkeit gäbe, würde es nicht kompilieren. Alles andere was mit Sichtbarkeit zu tun hat, würde nur zu dem Problem führen, wenn es irgendwo eine zweite gleichnamige Variable geben würde.
Sebastian Jänicke
AppCentral
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von Uwe Raabe
Uwe Raabe

Registriert seit: 20. Jan 2006
Ort: Lübbecke
11.629 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#3

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 08:30
Man sollte die benötigten Variablen an Unterroutinen immer direkt mitgeben.
Das macht es auch wesentlich einfacher diese Unterroutinen in eigene Methoden zu extrahieren.
Uwe Raabe
Certified Delphi Master Developer
Embarcadero MVP
Blog: The Art of Delphi Programming
  Mit Zitat antworten Zitat
Benmik

Registriert seit: 11. Apr 2009
570 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#4

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 09:07
@jaenicke
Dein Ratschlag ist sicher analog zu dem, wenn irgend möglich keine globalen Variablen zu verwenden. Dingliste wäre dann praktisch eine globale Variable für die Unterroutinen von "Test". Es ist aber doch auch so, dass dies ein Design-Ratschlag ist und keinerlei technische Nachteile hat? (Delphi lässt ja diese Konstruktion explizit zu!)

@Uwe Raabe: Könntest du das kurz erläutern?

Ich wäre dankbar, wenn ich dieses Phänomen, das ich eigentlich kenne, mal verstehen würde.

Um etwas auszuholen: Gerade um meinen Code übersichtlich zu halten, teile ich ihn in möglichst viele einzelne Aufgaben auf. Eigentlich ist das gute Programmierpraxis; es gibt einen Guru, der gefordert hat, eine Routine dürfe immer nur eine einzige Aufgabe erledigen; ich habe ihn mal bei Wikipedia nachgeschlagen, leider aber seinen Namen vergessen und ich finde ihn auf die Schnelle auch nicht wieder.

Wenn ich mir professionellen Code anschaue, dann habe ich noch nie verstanden, warum diese Jungs sich oft einen Sch... um dieses Prinzip kümmern. Ellenlange Routinen, möglichst noch nach den Delphi Style Guides, was den Text noch doppelt so lang macht. Eine Qual, das zu debuggen. Ebenfalls eine Qual ist es, wenn die Aufgaben zwar in Unterroutinen zerlegt wurden, aber jede Routine einzeln bzw. eine eigene Methode ist. Man springt beim Debuggen dann zu zahllosen Stellen im Code hin und her.

Ich zerlege daher die Aufgaben einer Routine in Einzelteile. Und wenn diese Aufgaben nur einmal im ganzen Code vorkommen (oft 90%), dann verlege ich sie in eine Unterroutine und gebe ihr einen aussagekräftigen Namen, bei dem Aussagekraft vor (englischer) Kürze geht. So verstehe ich auch nach Monaten und Jahren noch, was da passiert. Kein Wunder, dass meine absolute Lieblingsneuerung damals Code Folding war! Wenn möglich, besteht meine Hauptroutine nur aus den Namen der 10 Unterprozeduren. Dank Ctrl+Shift-K-P liegt das ganze Gebilde kompakt vor mir. Daher würde ich jaenickes Ratschlag auch nur äußerst ungern folgen, denn so kann ich den Weg einer Variablen durch die Unterprozeduren leicht verfolgen. Mit F8 gehe ich durch die 10 Zeilen mit den Namen der Unterprozeduren und sehe viel leichter, wo etwas geschieht, was ich nicht beabsichtigt habe.

OK, nun zur Sache. Auch im besagten Beispiel handelt es sich um eine Klassenmethode mit mehreren Unterroutinen. Das Original von "Test" ist eine Unterprozedur dieser Klassenmethode und heißt FindeDateien(VerzListe[i],'*',False,@FindeDateiRM,Abbrechen); . Sie ruft procedure FindeDateien(const BasisVerz,DateiMaske:string;MitUVerz:Boolean;FindeDateienRM:TFindeDateienRM;var Abbruch:Boolean); auf, das in einer anderen Unit liegt, keine Klassenmethode ist und die Callback-Routine procedure FindeDateiRM(const BasisVerz:string;const Data:TWin32FindDataW;var Abbrechen:Boolean); aufruft, die ebenfalls eine Unterroutine der Klassenmethode ist. In FindeDateiRM wird eine Instanz von TBld erzeugt, die Dateieigenschaften von TWin32FindDataW eingefüllt und die Instanz dann zur Objektliste TObjectList<TBld> hinzugefügt.

Also so:

In einem anderen Modul:
Delphi-Quellcode:
type
TFindeDateienRM = procedure(const Verzname:string;const Data:_WIN32_FIND_DATAW;var Abbr:Boolean); stdcall;

procedure FindeDateien(const BasisVerz,DateiMaske:string;MitUVerz:Boolean;FindeDateienRM:TFindeDateienRM;var Abbruch:Boolean);
Delphi-Quellcode:
procedure TForm1.ErstelleListe;
var Bldliste:TBldliste;
begin

  procedure Intialisiere;
  begin
    Bldliste := TBldliste.Create(True);
  end;

  procedure FindeDateiRM(const BasisVerz:string;const Data:TWin32FindDataW;var Abbrechen:Boolean);
  var Bld:TBld;
  begin
    Bld := TBld.Create;
    Bld.Name := string(Data.cFileName);
    Bldliste.add(Bld); // Das will er nicht
  end;

  procedure ListeDateienAuf;
  begin
    FindeDateien(VerzListe[i],'*',False,@FindeDateiRM,Abbrechen);
  end;

end;
Hier kommt es zu dem geschilderten Phänomen. Die TObjectList ist bei der Klassenmethode deklariert und im Debugger in allen Unterprozeduren sichtbar. Trotzdem kommt es zu einer Schutzverletzung, wenn ich keine globale Variable verwende. Was genau geschieht da?
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von Uwe Raabe
Uwe Raabe

Registriert seit: 20. Jan 2006
Ort: Lübbecke
11.629 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#5

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 09:44
Es ist aber doch auch so, dass dies ein Design-Ratschlag ist und keinerlei technische Nachteile hat? (Delphi lässt ja diese Konstruktion explizit zu!)
Es gibt tatsächlich einen technischen Hintergrund. Die Variablen innerhalb einer Methode werden auf dem Stack angelegt. Der Zugriff erfolgt über einen Offset zum Stackregister. Wird nun innerhalb dieser Methode eine lokale Unterroutine aufgerufen ändert sich aber dieses Stackregister. Wenn nun diese Unterroutine auf Variablen der übergeordneten Methode zugreift, muss der Compiler erstmal den passenden Offset zum aktuellen Stackregister ermitteln. Das kostet Zeit und deshalb sind Zugriffe auf solche übergeordnete Variablen zeitaufwändiger als wenn diese als Var-Parameter an die Unterroutine übergeben werden.

@Uwe Raabe: Könntest du das kurz erläutern?
Na ja, erklärt isch doch eigentlich von selbst: Wenn man eine lokale Unterroutine in eine Klassenmethode umwandeln will, dann kann man eben nicht auf solche übergeordneten Variablen zugreifen. Bleibt also nur die Übergabe als Parameter oder Umwandlung der lokalen Variable in ein Feld der Klasse (wenn man globale Variablen mal ausschließt).

Hier kommt es zu dem geschilderten Phänomen. Die TObjectList ist bei der Klassenmethode deklariert und im Debugger in allen Unterprozeduren sichtbar. Trotzdem kommt es zu einer Schutzverletzung, wenn ich keine globale Variable verwende. Was genau geschieht da?
Der Fehler liegt in der Übergabe einer lokalen Methode (FindeDateiRM) als Prozedurtyp (TFindeDateienRM). Ich kann gar nicht glauben, daß der Compiler das durchgehen lässt. Vermutlich weil hier der @-Operator zum Einsatz kommt und damit die Typsicherheit umgangen wird. Die Deklaration von TFindeDateienRM lässt eigentlich nur eine globale procedure oder eine statische class procedure zu. Andernfalls passt der Stack nicht richtig. Je nachdem, was in der Methode gemacht wird kracht es eben oder kracht es nicht.

Berücksichtigt man nun das oben beschriebene Verhalten beim Zugriff auf die übergeordnete Variable, kommt es zum Crash, weil der Stack beim Aufruf des Callbacks eben nicht so ist, wie es die Unterroutine erwartet.
Uwe Raabe
Certified Delphi Master Developer
Embarcadero MVP
Blog: The Art of Delphi Programming
  Mit Zitat antworten Zitat
Benmik

Registriert seit: 11. Apr 2009
570 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#6

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 09:58
Ganz herzlichen Dank! Ich ahnte, dass da Dinge im Spiel sind, auf die ich selbst nicht kommen kann.

Na ja, erklärt sich doch eigentlich von selbst...
Der ist gut. Wenn wir hier alles lassen würden, was sich für dich von selbst erklärt, dann können wir die DP eigentlich zumachen.

Ich muss das jetzt erstmal geistig durchdringen. Die Sache mit TFindeDateienRM ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen, das habe ich irgendwoher. Das mit dem stdcall hätte ich ja nicht von allein gewusst.

Edit: Vermutlich findest du die ganze Konstruktion nicht gut, aber gibt es einen Weg, TFindeDateienRM so zu deklarieren, dass es geht?

Geändert von Benmik ( 8. Dez 2018 um 10:16 Uhr)
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von Uwe Raabe
Uwe Raabe

Registriert seit: 20. Jan 2006
Ort: Lübbecke
11.629 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#7

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 10:13
Wenn wir hier alles lassen würden, was sich für dich von selbst erklärt, dann können wir die DP eigentlich zumachen.



Die Sache mit TFindeDateienRM ist allerdings nicht auf meinem Mist gewachsen, das habe ich irgendwoher. Das mit dem stdcall hätte ich ja nicht von allein gewusst.
Die Verwendung des @ ist schon ein Zeichen, daß der Compiler vorher irgendwo gemeckert hat. Deklariere mal die FindeDateiRM als globale Prozedur in der Unit, dann solltest du das @-Zeichen beim Aufruf von FindeDateien auch nicht brauchen. Die Tatsache, daß es manchmal funktioniert, heißt ja nicht, daß es richtig ist. Der Ersteller des originalen Codes hat vermutlich nur Dinge gemacht, die unkritisch waren.
Uwe Raabe
Certified Delphi Master Developer
Embarcadero MVP
Blog: The Art of Delphi Programming
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von jaenicke
jaenicke

Registriert seit: 10. Jun 2003
Ort: Berlin
9.919 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#8

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 20:38
Daher würde ich jaenickes Ratschlag auch nur äußerst ungern folgen, denn so kann ich den Weg einer Variablen durch die Unterprozeduren leicht verfolgen. Mit F8 gehe ich durch die 10 Zeilen mit den Namen der Unterprozeduren und sehe viel leichter, wo etwas geschieht, was ich nicht beabsichtigt habe.
Das verlierst du doch gar nicht. Du hast ja die gleichen Variablen, die in der Hauptprozedur deklariert sind. Der Unterschied ist, dass du genau siehst welche davon an welche Unterroutine übergeben werden (das sollten natürlich nur die sein, die dort auch gebraucht werden).
Und innerhalb der Unterroutine siehst du beim Debuggen dann auch nur die dort relevanten lokalen Variablen.
Wenn man dann noch konsequent mit const und var arbeitet, kann der Compiler einerseits gut optimieren und andererseits sieht man wo eine Variable beschrieben werden kann.

Insofern ändert sich bezüglich des Debuggens nicht viel, aber die Komplexität nimmt ab (welche Variable wird eigentlich wo initialisiert?) und es ist übersichtlicher (weil man genau sieht was wo benutzt wird).
Sebastian Jänicke
AppCentral
  Mit Zitat antworten Zitat
Benmik

Registriert seit: 11. Apr 2009
570 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#9

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 21:44
Da hast du recht. Ich hatte in letzter Zeit auch viel mit VBA zu tun, und da gilt die Überwachung einer Variable nur für eine Routine, oder sie muss global sein. Tatsächlich wertet der Debugger alles aus, was so heißt, wie man es mit F5 eingetragen hat. Wundert mich eigentlich, wo Pascal doch sonst so kleinlich ist.

Ich fürchte aber, ich bin nur schwer auf den Pfad der Tugend zu bringen. Zum einen sind das oft ziemlich viele prozedurweite Variablen, die kann ich ja nicht alle per Argument weitergeben. Ich weiß, das bedeutet schon mal, dass das Design nicht so dolle ist. Ich habe mich da auch schon gebessert. Aber mit diesen prozedurweiten Variablen habe ich eigentlich kaum je Probleme, also werde ich sie wohl heimlich weiterbenutzen und nicht darüber reden.
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von jaenicke
jaenicke

Registriert seit: 10. Jun 2003
Ort: Berlin
9.919 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#10

AW: Warum gibt es hier eine Acess Violation?

  Alt 8. Dez 2018, 22:35
Ich arbeite auch mit altem Quelltext, in dem immer wieder mal relativ viele lokale Variablen in diversen Unterroutinen benutzt wurde. Deshalb weiß ich eben auch aus eigener bitterer Erfahrung wie problematisch das sein kann, insbesondere bei der Fehlersuche.
Sebastian Jänicke
AppCentral
  Mit Zitat antworten Zitat
Antwort Antwort
Seite 1 von 2  1 2      

 

Forumregeln

Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are aus

Gehe zu:

Impressum · AGB · Datenschutz · Nach oben
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 05:15 Uhr.
Powered by vBulletin® Copyright ©2000 - 2025, Jelsoft Enterprises Ltd.
LinkBacks Enabled by vBSEO © 2011, Crawlability, Inc.
Delphi-PRAXiS (c) 2002 - 2023 by Daniel R. Wolf, 2024-2025 by Thomas Breitkreuz