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Steuerhölle ab 2015

Ein Thema von arnof · begonnen am 10. Aug 2014 · letzter Beitrag vom 5. Sep 2014
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jobo

Registriert seit: 29. Nov 2010
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Delphi 2010 Enterprise
 
#1

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 14:01
Sommerloch Thema Europa:
In 2, 3 Posts zeigen sich blitzschnell die Probleme.
Komplexe Regulierungen, die für den „kleinen Mann“ nicht mehr aus dem Stand nachvollziehbar sind oder schlicht einen großen Aufwand bedeuten, in der Dimension allerdings bloß als Sahnehäubchen zu den großen Themen und Projekten gesehen werden können, die von Beginn an hinter verschlossenen Türen stattfinden (Freihandelsabkommen).

Hier werden m.E. politisch gesehen riesige Fehler begangen, die seltsam wenig Empörung hervorrufen.

Diejenigen, die darüber ihren Unmut äußern (oder leider auch schon weiter sind), werden als radikal hingestellt und / oder von eben diesen Radikalen in Empfang genommen.
Die EU Befürworter scheitern- ob politisch oder in der Nachbarschaft- an der Entwirrung, Erklärung des Projektes EU.
Was ist da verwerflicher, Rückzug auf radikale Positionen oder deren naserümpfende Ignoranz?

Nur am Rande: Außerhalb Deutschlands ist es übrigens nicht ungewöhnlich, die Nationalbezeichnungen (nicht nur die eigene) immer groß zu schreiben, z.B. German Angst, British humour, … wie etwa auch Personalpronomen.

Ich empfinde das Thema des Posts als typischen EU „Fail“. Im Bemühen um „gerechte“ Handels- und Steuervorschriften wird nicht etwa ein Verfahren vereinheitlicht, sondern ungefähr alle bestehenden nationalen Verfahren werden für alle zur Pflicht erklärt. (Erinnert mich irgendwie an die SEPA Interna ) Verschwörungstheoretiker könnten hier wieder mal die Arbeit von Lobbyisten erkennen.

Nach 2 nicht erlebten Weltkriegen und angesichts der aktuellen Krisen in der Ukraine, Israel, Irak, Syrien, .. ist die EU für mich eine der wichtigsten politischen Ideen und gleichzeitig eine der größten politischen Herausforderungen überhaupt. Auch wenn Idee und Wirklichkeit oft sehr weit auseinander klaffen.
Gruß, Jo
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Benutzerbild von BUG
BUG

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#2

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 14:25
Im Bemühen um „gerechte“ Handels- und Steuervorschriften wird nicht etwa ein Verfahren vereinheitlicht, sondern ungefähr alle bestehenden nationalen Verfahren werden für alle zur Pflicht erklärt.
Schön wäre eine vereinheitlichte Regelung schon, aber das ist leider politisch noch nicht durchsetzbar.
Man stelle sich einfach den Aufschrei der EU-Phobiker vor, wenn sich die EU in die nationalen Regelungen einmischen würde.

Mögliche Schlagzeilen: "Neue EU-Steuer: Das wird alles teurer!"
Alternativ: "Neue EU-Steuer: <*> wird billiger, das Geld fehlt für die Autobahnen!"
* beliebiges nicht-spießbürgerliches Produkt
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Dejan Vu
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#3

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 14:40
German Angst, British humour
Das sind quasi Eigennamen. Aber solange man über den deutschen, britischen oder amerikanischen Humor referiert (oder die Völker eben), wird die Nationalitätenbeschreibung eben klein geschrieben. In so ziemlich jeder Sprache.

Zitat:
Ich empfinde das Thema des Posts als typischen EU „Fail“. Im Bemühen um „gerechte“ Handels- und Steuervorschriften wird nicht etwa ein Verfahren vereinheitlicht, sondern ungefähr alle bestehenden nationalen Verfahren werden für alle zur Pflicht erklärt.
Du meinst 'größten gemeinsamen Nenner'? Also für uns ergibt sich doch hier keine Änderung, außer eben, die USt-Abrechnung für die einzelnen Zielländer selbst vorzunehmen. Ich sehe da weniger oder eigentlich nichts von 'ungefähr allen bestehenden Nationalen Verfahren', die 'für alle zur Pflicht' erklärt werden. Höchstens eine. Aber ich kenne das Land nicht, in dem man das schon macht.

Schön wäre eine vereinheitlichte Regelung schon, aber das ist leider politisch noch nicht durchsetzbar.
Ich dachte, das *wird* jetzt vereinheitlicht, hmmm. Jeder Laden treibt die jeweilige USt selber ein. Wieso sollte man für D ein Ausnahmegesetz machen? Das ist unlogisch. Ergo *wird* vereinheitlicht.

Da allen Ländern mittlerweile Einiges durch die Lappen geht, ist es doch nur folgerichtig, dieses Schlupfloch zu stopfen. Und was wäre naheliegender, die Daten dort zu erfassen, wo sie entstehen? Wo denn sonst?

Geändert von Dejan Vu (10. Aug 2014 um 14:43 Uhr)
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mkinzler
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Delphi 11 Alexandria
 
#4

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 14:57
Wer erinnert sich noch, warum damals die USt auf 19% erhöht wurde? Richtig, weil man den Satz europaweit vereinheitlichen wollte; komisch dass nur die Länder mit niedrigerem Satz diese angepasst haben und nicht die mit einem höherem.
Ein einheitlicher Satz wäre sicher sinnvoll. Aber das Problem liegt ja nicht (nur) am Satz sondern am Verfahren, also der Umsetzung.
Für größere Firmen sollte es kein Problem darstellen, sich in jedem Land, in das sie liefern, steuerrechtlich zu registrieren, für KKU und Selbstständige stellt sich dies als große bürokratische Hüre dar.
Hier wäre u.U. ähnlich wie bei SEPA eine EU-weite Steuernummer ( USTid) sinnvoll.
Sinnvoll wäre auch neben der "negativen" auch eine "positive" Vernetzung der Steuersysteme/-behörden:
Jeder Steuerzahler hat sein Finanzamt, an welches er USt für in- und ausländischen Umsätze mit den Vorsteuerzahlungen (eu weit) verrechnen kann.
Markus Kinzler
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Dejan Vu
(Gast)

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#5

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 15:10
Die MwSt-Erhöhung von 16 auf 19% hatte imho nichts mit der Vereinheitlichung zu tun, denn die Sätze sind seit eh und je sehr individuell und schwanken zwischen 15 und 27% (ohne Ermäßigung).

Da es sich um eine einmalige Registrierung handelt, halte ich die 'große bürokratische Hürde' für übertrieben, zumal mit Hilfe seitens des Finanzamts zu rechnen ist.

Bezüglich der fehlenden Vernetzung der Steuerbehörden schüttele ich seit Jahren den Kopf. Aber in 50 Jahren wird das alles kein Problem mehr sein.
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mkinzler
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Delphi 11 Alexandria
 
#6

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 15:37
Die MwSt-Erhöhung von 16 auf 19% hatte imho nichts mit der Vereinheitlichung zu tun, denn die Sätze sind seit eh und je sehr individuell und schwanken zwischen 15 und 27% (ohne Ermäßigung).
Wurde dem "dummen" Volk aber so verkauft.

Zitat:
Da es sich um eine einmalige Registrierung handelt, halte ich die 'große bürokratische Hürde' für übertrieben, zumal mit Hilfe seitens des Finanzamts zu rechnen ist.
Es ist nicht nur die einmalige Registrierung. Am Ende jeder umsatzsteuerliche Periode muss mit jedem betroffenen EU-Land gesondert abgerechnet werden. Dieses Verfahren ist in jedem Land anders.
Man schimpft immer auf die deutsche Behörden und deren Bürokratie, aber diese ist bei anderen Staaten nicht unbedingt geringer ausgeprägt, eher schlimmer.
Zitat:
Bezüglich der fehlenden Vernetzung der Steuerbehörden schüttele ich seit Jahren den Kopf. Aber in 50 Jahren wird das alles kein Problem mehr sein.
Dabei würde dis nicht nur viel Ärger, sondern auch noch Kosten sparen.
Markus Kinzler

Geändert von TBx (10. Aug 2014 um 18:57 Uhr) Grund: Quote-Tag gefixed
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#7

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 15:57
Aber in 50 Jahren wird das alles kein Problem mehr sein.
Das klingt etwas zu optimistisch
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Dejan Vu
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#8

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 16:54
Wurde dem "dummen" Volk aber so verkauft.
Das mag stimmen, denn das Argument 'Wir sind zu blöd zum haushalten und brauchen deshalb mehr Geld' ist nicht überzeugend.

Zitat:
Am Ende jeder umsatzsteuerliche Periode muss mit jedem betroffenen EU-Land gesondert abgerechnet werden. Dieses Verfahren ist in jedem Land anders.
Ja, aber in einem Land immer gleich, weswegen dies auch nur einmal anzupassen ist (Softwareupdate etc.).
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jaenicke
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#9

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 10. Aug 2014, 18:43
Die MwSt-Erhöhung von 16 auf 19% hatte imho nichts mit der Vereinheitlichung zu tun, denn die Sätze sind seit eh und je sehr individuell und schwanken zwischen 15 und 27% (ohne Ermäßigung).
Wurde dem "dummen" Volk aber so verkauft.
Die Aussage habe ich hier im Thread übrigens das erste Mal gelesen. Bei der Anpassung selbst seinerzeit habe ich nur etwas von der Haushaltssituation und dem Schuldenabbau gelesen. Und auch jetzt finde ich nur diese Argumentation, z.B. hier:
http://www.bundesregierung.de/Conten...ertsteuer.html
Sebastian Jänicke
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p80286

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#10

AW: Steuerhölle ab 2015

  Alt 11. Aug 2014, 10:26
Wurde dem "dummen" Volk aber so verkauft.
Die Aussage habe ich hier im Thread übrigens das erste Mal gelesen. Bei der Anpassung selbst seinerzeit habe ich nur etwas von der Haushaltssituation und dem Schuldenabbau gelesen.
Mir ist das "Angleichungsargument" auch nicht unbekannt.
Ich hab mal den einführenden Text kopiert:
Zitat:
Steuern


Streitthema Mehrwertsteuer


Die Bundesregierung hat Anfang 2007 die Umsatzsteuer - auch Mehrwertsteuer genannt - von 16 auf 19 Prozent erhöht. Die Mehrwertsteuer war auch vorher schon immer wieder Anlass für Diskussionen in der Öffentlichkeit. So ist beispielsweise umstritten, dass Zeitschriften nur mit 7 Prozent, Kinderartikel aber mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent besteuert werden.

Der Staat nimmt durch den höheren allgemeinen Mehrwertsteuersatz rund 23 Milliarden Euro mehr Steuern ein. Die Bundesregierung verbindet mit diesem Schritt zwei wichtige Ziele:
•Niedrigere Lohnnebenkosten für mehr Beschäftigung

Mit einem Prozentpunkt der höheren Mehrwertsteuer verringert die Bundesregierung die Lohnnebenkosten. Denn hohe Lohnnebenkosten sind ein Hindernis für neue Arbeitsplätze. Deshalb senkt die Bundesregierung den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 6,5 Prozent über 4,2 Prozent im Jahr 2007, auf 3,3 Prozent im Jahr 2008. Das entlastet Arbeitgeber sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2007 um insgesamt 17 Milliarden Euro und ist ein wichtiger Anreiz für mehr Beschäftigung.


•Abbau der Staatsschulden

Die zwei übrigen Prozentpunkte der Mehreinnahmen teilen sich Bund und Länder. Der Bund braucht sie dringend, um bis 2011 den Bundeshaushalt auszugleichen. Denn Bund, Länder und Gemeinden haben einen Schuldenberg von 1.500 Milliarden Euro abzubauen. Sparmaßnahmen, vor allem Kürzungen bei den Sozialausgaben, waren für die Bundesregierung keine Alternative. Sie hätten vor allem Rentner und Arbeitslose getroffen.

Soziale Balance

Seit 1983, also seit über 20 Jahren, beträgt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz sieben Prozent. Privathaushalte mit geringem Einkommen werden durch die allgemeine Mehrwertsteuererhöhung auf 19 Prozent weniger stark belastet als Haushalte mit hohen Einkommen. Denn sie kaufen vor allem Waren, die unter den ermäßigten Steuersatz fallen. Die soziale Balance bleibt so gewahrt.
Gruß
K-H

Nachtrag:
Was die EU angeht, ich möchte nicht darauf verzichten. Für uns Grenznahe ist es vollkommen sebstverständlich von Belgien in die Niederlande oder nach Deutschland zu fahren und umgekehrt. Sei es zum Einkaufen oder um das Geld für die Brötchen zu verdienen. Die Abgrenzung nach Deutschen,Niederländern oder Belgiern ist da genauso schwerwiegend wie die Abgrenzung nach den favorisierten Fußballclubs. Das zieht aber nicht zwangsläufig die bedingungslose Zustimmung zu allen Aktionen der EU nach sich. Übrigens zur Erinnerung, noch wird die "EU-Regierung" von den einzelnenen Regierungschefs/chefinnen der EU-Mitglieder gestellt. Und wenn man sich über Gurken oder Glühlampen erregt, sollte man vllt. erst einmal bei der heimischen Regierung nachfragen warum sie da nicht ihr Veto eingereicht hat.
Programme gehorchen nicht Deinen Absichten sondern Deinen Anweisungen
R.E.D retired error detector

Geändert von p80286 (11. Aug 2014 um 10:55 Uhr) Grund: Erweiterung
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