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Gehaltsvorstellungen

Ein Thema von sahimba · begonnen am 6. Feb 2013 · letzter Beitrag vom 7. Feb 2013
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grl

Registriert seit: 5. Feb 2007
174 Beiträge
 
FreePascal / Lazarus
 
#1

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 14:04
Da muss ich doch auch mal meinen Senf dazugeben:

Daß ich wissen möchte, wie realistisch sich ein potentieller Arbeitnehmer einschätzt ist schon richtig. Die eigene Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und des eigenen Marktwertes sagt viel aus über die Marktkenntnis. Wichtig ist mir dabei aber auch, daß ich diejenige gleich aussiebe, die den Job dann nur nehmen, weil sie grad keinen anderen finden und dann nach ein paar Montaten kündigen, weil sie sich unterbezahlt fühlen.

Naja ganz einfach...

1.)Warum soll man jemandem 4000 EUR zahlen, wenn er selber schon mit 2000 EUR zu frieden ist.
Dann kann man doch lieber hin und wieder das Gehalt erhöhen und der Angestellte freut sich...
Und genau da beginnt Ausbeutung.
Genau das ist eine Einstellung die ich in meinem Unternehmen nicht brauchen kann. Niemand beutet hier irgendwen aus - denn nur wenn Arbeitgeber UND Arbeitnehmer zufrieden sind und jeder eine adäquate Gegenleistung in Form von Arbeit (Arbeitgeber) und Gehalt (Arbeitnehmer) bekommt, wird da auch langfristig was draus.
Einen Arbeitnehmer der von vornherein den Arbeitgeber nur als den bösen Kapitalisten sieht, der den armen Arbeitnehmer nur ausbeuten will - sojemand hat in einem seriösen Unternehmen keinen Platz.
Arbeitgeber, Arbeitnehmer und - ganz wichtig - der Kunde sind Partner! Denn letztendlich wird die Leistung des Unternehmens nur gut sein, wenn es den Mitarbeitern gut geht und der Chef nicht jeden Monat grübeln muss, wie er denn die Gehälter zusammenkratzen soll. Und nur wenn die Leistung gut ist wird es gute Kunden haben, die gutes Geld bezahlen.



Für mich gibts für das Zurückhalten der Gehaltszahlen aber noch einen ganz anderen Grund: Als kleines Unternehmen ist für uns oft nicht ganz definierbar, welche Aufgabenstellungen dem Mitarbeiter übertragen werden sollen. Man sucht für einen Kernaufgabe einen Mitarbeiter - welche der diversen anderen Arbeiten sonst noch durch den Mitarbeiter erledigt werden können hängt von der Qualifikation des Mitarbeiters ab und entscheidet damit auch über den Preis.
Wenn wir z.B. einen Linux-Entwickler für unsere Messgeräte suchen, dann macht z.B. einen großen Unterschied ob jemand Erfahrung mit der Entwicklung von betriebswirtschaftlicher Software unter Linux hat oder ob er aus der Medizintechnik-Ecke kommt und vielleicht sogar noch ein bischen Ahnung von Elektronik hat.

Unterm Strich würde ich sagen, daß das Gehalt von mehreren Faktoren abhängt:
- Qualifikation und Erfahrung für die Kernaufgabe
- Nutzbarkeit der weiteren Qualifikation und Erfahrung
- und - natürlich - das Verhandlungsgeschick von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. (Insofern ist der Vergleich mit dem Pokern schon richtig, nur wenn einer dem anderen die Hosen auszieht dabei, dann wird das ganze keine Zukunft haben!)


Ich sag immer, wenn der Unternehmer wirklich Fachkräfte will, findet er auch welche!
Da wage ich jetzt aber zu wiedersprechen. Kommt vielleicht auch auf die Definition von "Fachkraft" an...

Gruß
Luggi
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jobo

Registriert seit: 29. Nov 2010
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Delphi 2010 Enterprise
 
#2

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 14:32

Ich sag immer, wenn der Unternehmer wirklich Fachkräfte will, findet er auch welche!
Da wage ich jetzt aber zu wiedersprechen. Kommt vielleicht auch auf die Definition von "Fachkraft" an...
Also erstmal ist dieser Spruch nur die simple Umkehrung dessen, was dem Arbeitssuchenden gern unter die Nase gerieben wird.
"wer wirklich arbeiten will, findet auch welche"
und dutzende in ähnlicher Form
".. Du hast halt noch nicht richtig gesucht.. ",
usw. usw.

Ich kann einfach das Gejammer der -in diesem Fall Arbeitgeber- nicht (mehr) hören. Denn es ist m.E. ganz klar eine Frage des Gehalts, das man Zahlen möchte und- von mir aus auch- kann.

Tja und mir kommen halt nicht die Tränen, wenn ich das höre mit dem Fachkräftemangel. In meinen Augen ist das einfach Lobbyarbeit.
Gruß, Jo
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grl

Registriert seit: 5. Feb 2007
174 Beiträge
 
FreePascal / Lazarus
 
#3

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 14:49
Denn es ist m.E. ganz klar eine Frage des Gehalts, das man Zahlen möchte und- von mir aus auch- kann.
*grins* Das ist aber nett, daß du auf's "kann" auch Rücksicht nimmst. Lass dir aber gesagt sein: Das ist meist der limitierende Faktor. Ich würde gern 10.000,- EUR Gehalt zahlen - wenn ich's denn nur könnte. Aber es bleibt einfach Faktum: Nur was ich für die Arbeit des Mitarbeiters beim Kunden lukrieren kann kann ich dem Mitarbeiter auch zahlen - und nicht mehr.


Tja und mir kommen halt nicht die Tränen, wenn ich das höre mit dem Fachkräftemangel. In meinen Augen ist das einfach Lobbyarbeit.
*nochmalgrins* Da muss ich dir nochmal wiedersprechen. Der Fachkräftemangel hier ist zuerst mal einfach eine Frage der mangelnden Fachkräfte. Die Bewerber können entweder zu wenig (nein, jemand der in windeseile mit der Maus ein Windows-GUI zusammenklicken kann ist noch keine Fachkraft!) oder wollen nur in der Region XY arbeiten, aber nicht hier bei uns. Die wenigen die dann noch übrigbleiben, die werden uns von den großen weggeschnappt, die mit Gehältern locken können, die wir uns einfach nicht leisten können (nur um einen Richtwert zu geben: die letzte echte "Fachkraft" die sich hier vorgestellt hat arbeitet jetzt bei einem Weltkonzern für über 7000,- EUR monatlich - und das ist jenseits von allem, was ich zahlen könnte!)

Gruß
Luggi
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jobo

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Delphi 2010 Enterprise
 
#4

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 15:10
Das war keine Nettigkeit, dass ich auch "kann" geschrieben habe. Ich arbeite selber in einer kleinen Firma und weiß gut, wie die Gehälter mit der zahlenden Kundschaft in Zusammenhang stehen, auch mit der nicht-zahlenden...

Das ist natürlich ein ganz reales Problem, aber eines, was das Unternehmertum auch selbst zu verantworten hat. Um nur mal einen Punkt zu nennen: Ausbildung gehört z.B. auch dazu. Klar, Du wirst entgegenen, wir finden keine (brauchbaren) Azubis...
Gruß, Jo
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grl

Registriert seit: 5. Feb 2007
174 Beiträge
 
FreePascal / Lazarus
 
#5

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 15:26
Ausbildung gehört z.B. auch dazu. Klar, Du wirst entgegenen, wir finden keine (brauchbaren) Azubis...
*undwiedergrins* Hast du schlechte Erfahrungen mit Arbeitgebern gemacht? Klingt fast so... Hast du selber schon mal ein Unternehmen geführt? Klingt eher nicht so....

Ausbilden ist ein Kaffee - aber nicht die Lösung aller Probleme. Ich bin ein klarer Verfechter des Konzepts Lehre (wie das in .at heisst) und der dualen Ausbildung. Aber jedes Unternehmen braucht auch "frisches Blut" von aussen - und da sind wir wieder ganz klar beim Fachkräftemangel.

Und hiermit klink ich mich wieder aus der Diskussion aus,

Luggi
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jobo

Registriert seit: 29. Nov 2010
3.072 Beiträge
 
Delphi 2010 Enterprise
 
#6

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 15:32
Nein, ich hab noch kein Unternehmen geführt. Ich nehme an die Frage soll bedeuten: Wer keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten?!
Frisches Blut von außen scheint mir durchaus sinnvoll, und wäre sicherlich auch vorhanden, wenn es mehr Ausbildungsverfechter resp. tatsächliche Ausbilder, wirklich breit ausbildende Unternehmen gäbe.

Und hiermit klink ich mich wieder aus der Diskussion aus,
Schade

P.S.: Persönlich habe ich bis jetzt keine schlechten Erfahrungen gemacht.
Gruß, Jo
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grl

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FreePascal / Lazarus
 
#7

AW: Gehaltsvorstellungen

  Alt 6. Feb 2013, 17:23
Ich nehme an die Frage soll bedeuten: Wer keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten?!
Nein, soll sie nicht - wie schon gesagt: Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Kunde sind Partner - und die Meinung der Partner ist immer wichtig - egal wie sehr sie einem gegen den Strich geht (was mir deine jetzt nicht wirklich tut!).

Aber ich mache immer wieder die Erfahrung, daß Arbeitnehmer sich den Job des Arbeitgebers ein bischen sehr einfach vorstellen. Ein Grund dafür ist für mich die Stimmungsmache der Arbeitnehmervertretungen (hier ist das die Arbeiterkammer, weiß nicht wie das in .de heisst). Da werden Publikumswirksam irgendwelche Zahlen auf den Tisch geworfen, die meist mit der Realität nix zu tun haben.
Und in den Medien geht's immer nur um die Großen, wo die Geschichten schon eine ganz andere Dimension haben.

Aber wir kleinen, die nun mal (zumindest hier in Tirol) den mit Abstand größten Teil der Wirtschaftsleistung bringen, die müssen oft ganz schön kämpfen. Wie heißts so schön: ich bin selbständig - soll heissen, ich arbeite selbst und ständig.

Frisches Blut von außen scheint mir durchaus sinnvoll, und wäre sicherlich auch vorhanden, wenn es mehr Ausbildungsverfechter resp. tatsächliche Ausbilder, wirklich breit ausbildende Unternehmen gäbe.
Aber man muss sich klar sein: Wenn man den Jungs und Mädels eine gescheite Ausbildung geben will muss man da ganz klar investieren. Ein Lehrling (die .at-Version eines Azubis) ist erst mal eine Belastung. Das kann ich kompensieren, indem ich den die ganze Sch... machen lasse - aber damit geb ich ihm keine Ausbildung. Mach ich es richtig, muss sich jemand der viel vom Geschäft versteht (also eigentlich Geld verdienen sollte) statt ums Geschäft um den Lehrling kümmern. Erst mit der Zeit wird der Lehrling produktiv - aber er wird in seiner Ausbildungszeit die Investition nie wieder reinbringen.
Und wenn er dann seine Ausbildunga abgeschlossen hat und gut ist, dann geht er in ein anderes Unternehmen. Das ist natürlich für den Ausbildungsbetrieb schlecht - aber ich kann jedem nur dazu raten, auch mal wo anders zu arbeiten und ein breiteres Bild der Branche zu bekommen.

Unterm Strich denke ich, daß es mindestens 4 Profis (also ohne Sekretärin, Buchhaltung, Putzfrau etc.) für einen Lehrling geben sollte - und das ist eine ganze Menge!

Was rauskommt, wenn man mit aller Gewalt einen Lehrling haben will ohne sich der Verantwortung bewusst zu sein oder vielleicht gar nur weil man eine billige Arbeitskraft sucht seh ich immer wieder in den Abschlussprüfungen: Da kommen dann Leute daher, die in ihrer Ausbildung zum EDV-Techniker Kabel verlegt, Mauerschlitze gestemmt und Jause geholt haben. Und das ist eben auch nicht Sinn der Ausbildung.
Auf der anderen Seite ist es eine bürokratische Hürde sondersgleichen, wenn man sich einen Lehrling teilen will. Denn das wäre oft sinnvoll: Beim einen sieht er klassische Systembetreuung im Kleinkundenbereich, beim anderen den Betrieb eines Rechenzentrums, beim dritten bekommt er Einblick in die Entwicklung und unterm Strich hat er dann eine gute, breite Ausbildung. Aber mach das mal hier in .at - die Bürokratie lässt grüssen - wie's da in .de aussieht weiß ich nicht.

Naja, ich muss ja auch irgendwann arbeiten und nicht nur auf der DP abhängen...

Luggi
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