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Delphi am "Ende"?

Ein Thema von Mavarik · begonnen am 3. Jan 2011 · letzter Beitrag vom 3. Apr 2011
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hanspeter

Registriert seit: 26. Jul 2003
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Delphi XE2 Professional
 
#1

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 02:15
Wo der Vorteil von Delphi gegenüber Net liegen soll, ist im Moment schwer zu begründen.
Da gibt es eigentlich nur zwei Begründungen. Einmal riesige Altlasten an vorhandenen Programmcode und zum anderen ein fortgeschrittenes Lebensalter beim Programmierer.
Um mit Delphi wieder neue Projekte anzufangen, müsste sich nach meiner Meinung konzeptionell einiges mehr tun.
Das beginnt bei der nicht threadsicheren VCL, geht über das BPL Konzept, was nur noch ein Klotz am Bein ist und endet nicht zuletzt bei der fehlenden Kompatibilität zu Net.
Wenn wenigstens in der IDE die lästigsten Fehler langsam behoben würden.
Wenn man zumindest aus Delphi heraus ein Assembly aufrufen könnte oder ein Delphiprogramm problemlos in Net einbinden könnte.
Allein schon die Entschärfung der Dll - Hölle durch das Assemblykonzept wäre ein Gewinn.
Prism sehen wir auch nur als Zwischenschritt zu C#. Dazu sind die Sprachelemente zu unterschiedlich.
Auch wenn GUI und Code strikt getrennt sind, kann man nicht einfach die GUI in Net neu schreiben und Delphi-Code über Prism ohne erhebliche Anpassungen weiterverwenden.
Der gleiche VCL - freie Quelltext in Prism und Delphi ist Illusion. Prism hat die moderneren Sprachkonstrukte. Warum diese nicht in Delphi nachziehen?
Multiplattform ist sicherlich interessant, darf aber nicht überbewertet werden.
In unserem Betrieb gibt es unter Java ein Projekt, welches auf Windows, Linux und Mac laufen soll.
Daraus sind inzwischen fast drei Projekte geworden. Eins für Window, eins für Linux ...
Was solche Diskussionen immer wieder aufkommen läßt, ist die mangelhafte Planungssicherheit und Informationspolitik.
Wenn Embacadero endlich mal Butter bei die Fische tut und eine belastbare Roadmap veröffentlicht wäre schon viel gewonnen.
Im Moment sind zu viele Fragezeichen, als das ich mich bei Entscheidungen zu Neuprojekten mit Delphi durchsetzen könnte.

Gruß
Peter
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Luckie

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Delphi 2006 Professional
 
#2

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 02:58
Allein schon die Entschärfung der Dll - Hölle durch das Assemblykonzept wäre ein Gewinn.
Dafür hast du jetzt die NET-Framewok Hölle. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass ein NET Programm mit dem installierten Framework nicht klar kam, weil es nicht abwärts kompatibel ist. Also einen wirklichen Fortschritt sehe ich da nicht wirklich.
Michael
Ein Teil meines Codes würde euch verunsichern.
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Phoenix
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#3

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 06:29
Wo der Vorteil von Delphi gegenüber Net liegen soll, ist im Moment schwer zu begründen.
Das stimmt leider. Man kann (wenn man es kann ) auch in .NET eine DB-Oberfläche zusammenklicken wie mit Delphi.

Da gibt es eigentlich nur zwei Begründungen. Einmal riesige Altlasten an vorhandenen Programmcode und zum anderen ein fortgeschrittenes Lebensalter beim Programmierer.
Zweiteres zählt eigentlich auch nicht mehr. Wer sich von der VCL an das .NET Framework - zumindest mal im Bereich Windows Forms - umgewöhnen möchte kann das sehr schnell tun, denn die Frameworks sind sich zumindest dort sehr ähnlich.

Um mit Delphi wieder neue Projekte anzufangen, müsste sich nach meiner Meinung konzeptionell einiges mehr tun.
Das beginnt bei der nicht threadsicheren VCL, geht über das BPL Konzept, was nur noch ein Klotz am Bein ist und endet nicht zuletzt bei der fehlenden Kompatibilität zu Net.
Auch in .NET gibt es sehr vieles, was nicht Threadsicher ist. Und manches muss man leider am eigenen Leib erfahren (ich mache viel ASP.NET, da fällt das schneller auf weil da je nach Serverkapazität schonmal etliche hundert Threads gleichzeitig losrattern können).
BPL's: Muss niemand nutzen. Kompatibilität: Wäre für mich hier kein Argument. Mann kann (reverse) P/Invokes machen und gut ist. Und auch hier gibts fertige Tools für - wenn es wirklich notwendig ist.

Wenn wenigstens in der IDE die lästigsten Fehler langsam behoben würden.
Selbst wenn: Das kommt dann aber dank der Embc.-Politik wieder als 'neue Version' raus und nicht als SP.

Wenn man zumindest aus Delphi heraus ein Assembly aufrufen könnte oder ein Delphiprogramm problemlos in Net einbinden könnte.
Hydra?

Allein schon die Entschärfung der Dll - Hölle durch das Assemblykonzept wäre ein Gewinn.
Prism sehen wir auch nur als Zwischenschritt zu C#. Dazu sind die Sprachelemente zu unterschiedlich.
Yikes. Von Prism dann der Rückschritt zu C#?
Wartet nochmal ein halbes Jahr ab, und überlegt Euch dann nochmal ob ihr mit den Features-To-Come wirklich auf Prism verzichten wollt (nein, ich darf nicht verraten welche ich meine)

Auch wenn GUI und Code strikt getrennt sind, kann man nicht einfach die GUI in Net neu schreiben und Delphi-Code über Prism ohne erhebliche Anpassungen weiterverwenden.
Der gleiche VCL - freie Quelltext in Prism und Delphi ist Illusion. Prism hat die moderneren Sprachkonstrukte. Warum diese nicht in Delphi nachziehen?
Weil viele von diesen Sprachkonstrukten auf IL-Internas basieren. Ich rede hier insbesondere von LINQ. Zumal der (neue) Prism-Compiler auch zu 100% managed ist. Das kann man nicht einfach so in einen nativen Compiler nachimplementieren ohne die Rückwärtskompatibilität zu opfern. Und wenn Embc. das macht, dann ist Delphi wirklich tot.

Multiplattform ist sicherlich interessant, darf aber nicht überbewertet werden.
In unserem Betrieb gibt es unter Java ein Projekt, welches auf Windows, Linux und Mac laufen soll.
Daraus sind inzwischen fast drei Projekte geworden. Eins für Window, eins für Linux ...
Fat clients sind auch kein Multiplatform-Ziel. Wenn man so eine Anforderung hat, dann sollte man einen Application Server hinstellen der auf (mindestens) einer Platform läuft (die verbreitetste ist ein guter Ansatz, wobei man hier mit .NET bzw. Mono tatsächlich unabhängig sein kann), man packt eine X-Platform Bibliothek hin die den Zugriff auf diesen Application-Server abhandelt und baut für jede Platform einen *nativen* thin-client, der über diese Bibliothek mit dem Server spricht.

Was solche Diskussionen immer wieder aufkommen läßt, ist die mangelhafte Planungssicherheit und Informationspolitik.
Wenn Embacadero endlich mal Butter bei die Fische tut und eine belastbare Roadmap veröffentlicht wäre schon viel gewonnen.
Im Moment sind zu viele Fragezeichen, als das ich mich bei Entscheidungen zu Neuprojekten mit Delphi durchsetzen könnte.
Wahr. Leider zu wahr.
Sebastian Gingter
Phoenix - 不死鳥, Microsoft MVP, Rettungshundeführer
Über mich: Sebastian Gingter @ Thinktecture Mein Blog: https://gingter.org

Geändert von Phoenix ( 8. Jan 2011 um 06:30 Uhr) Grund: Quote-Tags verschwurbelt
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Insider2004
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#4

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 06:40
Vorteil Delphi: schneller, schlanker Code (.net ist 15x langsamer) und für Delphi gibt es hunderttausende Komponenten/Code-Beispiele (für .net gibts nix)
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#5

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 06:57
Vorteil Delphi: schneller, schlanker Code (.net ist 15x langsamer)
Das ist ein Gerücht. Und zwar ein schlechtes und unhaltbares. Wir parsen mit .NET einen nicht ganz kleinen Stream der kompletten Handelsdaten an der deutschen Börse (CEF-Feed) mit .NET auf einem IBM Thinkpad - in Echtzeit. Und haben noch Zeit, die Kurse die da kommen zu aggregieren.

Wenn Du das mit Delphi schaffst, dann bist Du *sehr* gut. Und Du brauchst unter Garantie viel mehr Code. Und das System kann man dann nicht einfach mal so von einem Windows auf einen Linux-Server umtopfen wenns Not tut.

und für Delphi gibt es hunderttausende Komponenten/Code-Beispiele (für .net gibts nix)
Das ist nur Windows forms, von WPF, Silverlight und ASP.NET-Komponenten mal komplett abgesehen.

Codebeispiele?Nur so als klitzekleine Auswahl. Da gibt es massiv mehr als für Delphi.
Sebastian Gingter
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#6

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 08:50
Hallo,

also der größte Nachteil den ich bei .NET sehe ist es, dass der eigene Quellcode mit relativ wenig Aufwand offen liegt. Dies wurde auf der EKON 14 demonstriert und es gehen Gerüchte um das MS dadurch neue Geschäftsfelder erschließen will.

Bis bald Chemiker
wer gesund ist hat 1000 wünsche wer krank ist nur einen.
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Insider2004
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#7

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 09:13
Hallo,

also der größte Nachteil den ich bei .NET sehe ist es, dass der eigene Quellcode mit relativ wenig Aufwand offen liegt. Dies wurde auf der EKON 14 demonstriert und es gehen Gerüchte um das MS dadurch neue Geschäftsfelder erschließen will.

Bis bald Chemiker
.net code wird ja auch erst beim Aufruf übersetzt. Alles liegt offen. Faktisch ist .net wie Java. Für den professionellen Einsatz und überall, wo der Quellcode geheim bleiben muss ist Java oder .net tabu.
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#8

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 09:35
also der größte Nachteil den ich bei .NET sehe ist es, dass der eigene Quellcode mit relativ wenig Aufwand offen liegt.
Mit genau so wenig Aufwand kann man den Quellcode aber auch entsprechend schützen. Der kostenlos herunterladbare Oxygene-Compiler von Delphi Prism ist ein .NET Programm. Versuch Dich doch mal mit dem Reflector an dem Teil

Auch andere Firmen (AutomatedQA z.B.) haben Produkte auf .NET Basis die entsprechend geschützt sind - und das ist eine einzige Zeile im Post-Build-Prozess. Wer das nicht macht ist einfach selber schuld. Ich nenne jetzt keine Namen, aber es gibt einen Hersteller von .NET Entwicklungs-Tools die u.a. die Methode die den Trial-Zeitraum resetted in ihren Assemblies von aussen aufrufbar im Klartext bereithält.
Sebastian Gingter
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Delphi 11 Alexandria
 
#9

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 09:56
Hallo,

Zitat:
Versuch Dich doch mal mit dem Reflector an dem Teil
Es wurden auch verschiede Schutzmaßnahmen vorgestellt, trotzdem war es relativ einfach den Quellcode offen zulegen, Ob Deine dabei waren kann ich zurzeit nicht sagen, weil ich die Aufzeichnungen irgendwie verlegt habe.

Bis bald Chemiker
wer gesund ist hat 1000 wünsche wer krank ist nur einen.
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hanspeter

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Delphi XE2 Professional
 
#10

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 09:58
Weil viele von diesen Sprachkonstrukten auf IL-Internas basieren. Ich rede hier insbesondere von LINQ. Zumal der (neue) Prism-Compiler auch zu 100% managed ist. Das kann man nicht einfach so in einen nativen Compiler nachimplementieren ohne die Rückwärtskompatibilität zu opfern. Und wenn Embc. das macht, dann ist Delphi wirklich tot.
So tief hatte ich eigentlich nicht gedacht.
In Delphi "method" als zusätzliches Schlüsselwort, Case mit String, compatible Generics ...
Einfach eine Klassendeclaration in beiden Systemen parallel verwenden können.
Es geht hier um die Weiterverwendung bestehenden Delphi - Codes.

Zitat von Insider2004:
und für Delphi gibt es hunderttausende Komponenten/Code-Beispiele (für .net gibts nix)

Man darf nicht übersehen, das das Net-Framwork um Größenordnungen vollständiger als die VCL ist.
In der VCL gibt es einige hundert Klassen im Net-Framework einige tausend.
Viele Delphi - Toolhersteller bieten Net Versionen an oder sind gar ganz auf net umgeschwenkt.
Viele unter Delphi erfogreiche Tools stehen auch in Net zur Verfügung. (z.B. Express quantum, Fastreport ...)

Gruß
Peter
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