AGB  ·  Datenschutz  ·  Impressum  







Anmelden
Nützliche Links
Registrieren
Thema durchsuchen
Ansicht
Themen-Optionen

Delphi am "Ende"?

Ein Thema von Mavarik · begonnen am 3. Jan 2011 · letzter Beitrag vom 3. Apr 2011
Antwort Antwort
Benutzerbild von mschaefer
mschaefer

Registriert seit: 4. Feb 2003
Ort: Hannover
2.032 Beiträge
 
Delphi 12 Athens
 
#1

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 7. Jan 2011, 20:58
Da hat 'Embracadero' doch einiges getan.

Was ich mir doch als neue Funktion vorstellen könnte, wäre so eine Art 'ComponentStore' zentral für Delphi im Web mit Anbindung an die IDE, sodass man eigene Komponenten dort einstellen und von anderen, mit direkter IDE-Installation, abrufen kann.

Grüße in die Runde
Martin Schaefer
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von littleDave
littleDave

Registriert seit: 27. Apr 2006
Ort: München
556 Beiträge
 
Delphi 7 Professional
 
#2

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 7. Jan 2011, 22:59
Was ich mir doch als neue Funktion vorstellen könnte, wäre so eine Art 'ComponentStore' zentral für Delphi im Web mit Anbindung an die IDE, sodass man eigene Komponenten dort einstellen und von anderen, mit direkter IDE-Installation, abrufen kann.
Ich finde das an sich eine gute Idee. Jedoch nicht wegen dem 'ComponentStore', sondern eher als Community-Förderung. Die Anzahl der kommerziellen Delphi-Entwickler geht nun mal leider bergab, das ist nicht anfechtbar. Allein schon die Job-Ausschreibungen sind ein gutes Indiz dafür. Ein weiteres Beispiel habe ich direkt bei uns aus der Firma: ein Kunde wollte ein Software-Update für ihre Produktionssteuerung. Das bisherige System war in Delphi geschrieben und das von uns jetzt neu entwickelte System basiert komplett auf .NET - mit allen Vor- und Nachteilen. Es tat mir tief in der Seele weh, dass das ganze Delphi-System (ok, war grausamer Code - ist aber eine andere Baustelle) durch ein .NET-System abgelöst wurde. Ich denke, dass das häufiger vorkommt - und wenn ich ehrlich bin: der wirklich grausame Delphi-Quelltext war auf den ersten Blick kaum schwerer zu verstehen als der gute C#-Code -> Delphi ist halt von Anfang an auf Lesbarkeit abgestimmt, was ein riesen Vorteil z.B. in Code-Wartbarkeit ist.

Eine zentrale, zusammengeschweißte Community würde - meiner Meinung nach - dem Trend entgegenwirken. Wenn ich für .NET Komponenten suche, gibt es keine wirklich gute Seite wie z.B. Torry.net (jedenfalls habe ich noch keine gefunden). Mircosoft hostet zwar z.B. CodePlex - was bei kommerziellen Komponenten schon mal keine Option ist. Durch eine solche Community weiß man wenigstens, dass man nicht alleine ist. Das ganze mit einer sinnvollen und kundenfreundlichen Politik und bei vielen würde das mulmige Gefühl beim Wort "Delphi" im Zusammenhang mit "neues Projekt" schon sehr viel geringer werden - denn man wüsste, dass es eine aktive Community und aktiven Support gibt. Ich weiß, dass es bei Emba das QC und auch einige Komponenten gibt - jedoch wirkt das ganze noch nicht so rund.

Microsoft hat mit .NET wirklich einen großen Wurf gemacht - und Anhand der Update-Zyklen mit den verbundenen Neuerungen kann man sich schon grob vorstellen, was für eine Man-Power Microsoft in .NET steckt -> eine gigantische. Dem kann Emba natürlich nicht entgegen wirken, doch leider ist .NET - wie Delphi auch - auf Rapid-Development ausgelegt und somit eine sehr starke - wenn nicht sogar übermächtige - Konkurrenz. Um wieder etwas mehr mitmischen zu können, muss man erstmal versuchen, Boden unten den Füßen zu bekommen - und zwar am Besten mit dem, was .NET nicht kann: native(!) Anwendungen für Win32, Win64, MacOS, Linux, iOS und Android erstellen zu können. Apple liefert sogar eine steile Vorlage in dem sie sagen, dass auf dem iPhone nur native Anwendungen laufen dürfen. Wenn man dann jedoch mit Sachen wie SubVersion-Integration in die IDE sowie ein paar Bugfixes rumkleckert, dann ist es nicht 5 vor 12 sondern 20 nach 4 (ok, ist jetzt Böse ausgedrückt, aber die Kernaussage stimmt). Und das wichtigste dabei ist: so schnell wie möglich. Man muss den Leuten ja auch die Zeit geben, ihre Komponenten anzupassen. Was bringt einem ein 64-Bit-Compiler, wenn keine externen Komponenten funktionieren und man nur ein-zwei Buttons auf eine Form klatschen kann. Ich weiß, das ganze 64Bit-Gedöns wurde schon im "Delphi heißt jetzt Delphi XE" - Thread schon sehr ausführlich und emotional geführt, jedoch musste ich das jetzt so sagen.

Noch mal kurz zurück zu MS vs. Emba: man könnte auch versuchen, die Man-Power durch "Outsourcing" etwas auszugleichen. Ich meine damit: Emba konzentriert sich komplett auf einen soliden Compiler und eine ausgereifte IDE (man muss ja nicht gleich mit VS2010 gleichziehen - jedoch muss ein Fortschritt sichtbar sein). Datenbank-Componenten jedoch können z.B. an andere abgegeben werden. Und (meiner Meinung nach!) ganz wichtig: endlich von den bescheidenen Altlasten trennen. Im Jahre 2011 hat keiner mehr einen Anspruch darauf, ein Delphi-2-Programm ohne Änderungen neu kompilieren zu können. Und wenn das so wichtig sein sollte und das unbedingt beibehalten werden sollte: dann kann man das noch mit den nächsten 5 oder vielleicht sogar 10 Versionen machen und danach gibt es eh keine neue IDE mehr. Es kommen harte Zeiten auf Emba zu, denn die VCL z.B. ist nicht flexibel genug zum Abdecken aller Plattformen - da braucht es genug Anpassungen bis hin zum neu schreiben. Leider hat Emba nicht die Man-Power gleichzeitig noch neue Features wie Multi-Touch oder die Ribbons-Komponente (die ja, so wie ich das gelesen habe, nicht so der Hammer sein soll) einzubauen - daher meine Idee mit dem "Outsourcing" als letzte Option.

Und noch eine Meinung von mir: ich denke jeder hätte wegen der (mittlerweile ja mit Quellen belegten) Ankündigung eines 64Bit-Compilers im Jahre 2007/2008 nichts gesagt, wenn die Verschiebung (ich hoffe, dass es eine Verschiebung ist) begründet worden wäre; dass das ganze aber heimlich untern Tisch gekehrt wurde und nun sogar die Existenz dieser Meldung angezweifelt wird finde ich wirklich armselig. So geht man nicht mit seinen Kunden um. Auch deswegen gehen ja viele weg von Delphi: keiner kann sich mehr darauf verlassen, wie es weitergeht. Emba! Erarbeitet euch das Vertrauen wieder! Viele geben euch noch eine Chance! Es ist keine Schande zu sagen: wir schaffen es nicht bis zum xx.xx.201x -> wenn ihr wenigstens glaubwürdig darstellt, was bereits fertig ist und wie lange ihr noch brauchen werdet. Und wenn das dann zum neu prognostizierten Termin wirklich eine lauffähige Version mit den angekündigten Features in den Regalen steht, werdet ihr wieder Vertrauen genießen.

Grüße
David
Jabber: littleDave@jabber.org
in case of 1 is 0 do external raise while in public class of object array else repeat until 1 is 0
  Mit Zitat antworten Zitat
Robotiker
(Gast)

n/a Beiträge
 
#3

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 10:08
Um wieder etwas mehr mitmischen zu können, muss man erstmal versuchen, Boden unten den Füßen zu bekommen - und zwar am Besten mit dem, was .NET nicht kann: native(!) Anwendungen für Win32, Win64, MacOS, Linux, iOS und Android erstellen zu können.
Ich habe schon Zweifel, wenn ich hier lese Delphi sei für native Win32 Programmierung das beste Tool ...

Abseits von GUI und Datenbanken tut sich da bei anderen im Moment sehr viel:

Intel hat sein Parallel Studio, Visual C++ 2010 seine Concurrency Runtime
http://msdn.microsoft.com/de-de/library/dd504870.aspx

Mein C++ Builder XE hat TThread und Synchronize.
Fragen zur Unterstützung von Intels Threading Building Blocks werden im Embi-Forum so beantwortet:
https://forums.codegear.com/message....essageID=42979
(Sinnigerweise ist der Beantworter der Frage inzwischen zu Apple gewechselt.)

Vor lauter Unicode, Win64 und Mac wird da die nächste Entwicklung verschlafen.

Geändert von Robotiker ( 8. Jan 2011 um 11:36 Uhr)
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von Assarbad
Assarbad

Registriert seit: 8. Okt 2010
Ort: Frankfurt am Main
1.234 Beiträge
 
#4

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 12:42
Ich finde das an sich eine gute Idee. Jedoch nicht wegen dem 'ComponentStore', sondern eher als Community-Förderung. Die Anzahl der kommerziellen Delphi-Entwickler geht nun mal leider bergab, das ist nicht anfechtbar. [...] Es ist keine Schande zu sagen: wir schaffen es nicht bis zum xx.xx.201x -> wenn ihr wenigstens glaubwürdig darstellt, was bereits fertig ist und wie lange ihr noch brauchen werdet. Und wenn das dann zum neu prognostizierten Termin wirklich eine lauffähige Version mit den angekündigten Features in den Regalen steht, werdet ihr wieder Vertrauen genießen.
Wow, ich denke du sprichst einigen anderen hier auch aus dem Herzen.

Selbst wenn: Das kommt dann aber dank der Embc.-Politik wieder als 'neue Version' raus und nicht als SP.
Klartext!

Vorteil Delphi: schneller, schlanker Code (.net ist 15x langsamer) und für Delphi gibt es hunderttausende Komponenten/Code-Beispiele (für .net gibts nix)
Huch, geht mein Kalender falsch? Hier steht 2011, hast du noch 2004?

Vorteil Delphi: schneller, schlanker Code (.net ist 15x langsamer)
Das ist ein Gerücht. Und zwar ein schlechtes und unhaltbares.
Es ist definitiv kein Gerücht, wie dir ein Profiler schnell beweisen wird. Natürlich reicht es nicht auf die Verhältnisse zu schauen, sondern man muß schon auf die absoluten Zahlen schauen bei sowas. Allerdings hat .NET ja andere Vorteile ... am Ende heißt es einfach (wie so oft): abwägen.

Mit genau so wenig Aufwand kann man den Quellcode aber auch entsprechend schützen. Der kostenlos herunterladbare Oxygene-Compiler von Delphi Prism ist ein .NET Programm. Versuch Dich doch mal mit dem Reflector an dem Teil
... und dann versuch's nochmal mit IDA Pro. Auch wenn die richtig bequemen Methoden damit wegfallen, sind die .NET-Primitiven noch deutlich einfacher lesbar als x86-Assembly.

Allerdings ist ohnehin fragwürdig wieviel Schutz notwendig ist usw. ... und im Zweifelsfall implementiert man etwas über nativen Code und bindet per P/Invoke an.

Ich habe schon Zweifel, wenn ich hier lese Delphi sei für native Win32 Programmierung das beste Tool ...
Echt? Also ich würde da mitgehen, allerdings konkretisieren: das beste RAD-Tool für den Zweck.

Vorteil Delphi: schneller, schlanker Code (.net ist 15x langsamer)
Das kann ich nicht bestätigen...

Ich verarbeite auf der Arbeit mit einem .net-Programm z.B. Logdateien, die ich vorher mit einem Delphi-Programm verarbeitet hatte. Das .net Programm ist min. doppelt so schnell!
Da hätte ich doch gern mal die Rahmendaten. Auch wäre hier ein Vergleich der benutzten Funktionen und eine Überprüfung der Testmethoden angebracht. Wird bspw. nach jedem Testlauf neu gebootet? .NET-Code läuft meiner Erfahrung nach oft ein wenig langsamer, auch wenn ich mich auf das 15fache nicht festlegen wöllte ...
Oliver
"... aber vertrauen Sie uns, die Physik stimmt." (Prof. Harald Lesch)
  Mit Zitat antworten Zitat
Benutzerbild von mirage228
mirage228

Registriert seit: 23. Mär 2003
Ort: Münster
3.750 Beiträge
 
Delphi 2010 Professional
 
#5

AW: Delphi am "Ende"?

  Alt 8. Jan 2011, 19:58
Was ich mir doch als neue Funktion vorstellen könnte, wäre so eine Art 'ComponentStore' zentral für Delphi im Web mit Anbindung an die IDE, sodass man eigene Komponenten dort einstellen und von anderen, mit direkter IDE-Installation, abrufen kann.
Finde ich von der Idee her interessant. Wäre eine prima Ergänzung zu den vielen bestehenden Komponentenseiten und den viel zahlreicheren Einzelseiten im Internet. Besonders kurz zum Ausprobieren die angesprochene IDE-Installation bestimmt auch nützlich. Außerdem könnte Embarcadero über Umsatzbeteiligungen an einem dort integrierten e-Payment ggf. neue Gewinnfelder erschließen (muss sich für die ja auch lohnen).
David F.

May the source be with you, stranger.
PHP Inspection Unit (Delphi-Unit zum Analysieren von PHP Code)
  Mit Zitat antworten Zitat
Antwort Antwort


Forumregeln

Es ist dir nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist dir nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist dir nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist dir nicht erlaubt, deine Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.
Trackbacks are an
Pingbacks are an
Refbacks are aus

Gehe zu:

Impressum · AGB · Datenschutz · Nach oben
Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 11:43 Uhr.
Powered by vBulletin® Copyright ©2000 - 2025, Jelsoft Enterprises Ltd.
LinkBacks Enabled by vBSEO © 2011, Crawlability, Inc.
Delphi-PRAXiS (c) 2002 - 2023 by Daniel R. Wolf, 2024-2025 by Thomas Breitkreuz