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Boykott von Amazon

Ein Thema von sirius · begonnen am 2. Dez 2010 · letzter Beitrag vom 10. Dez 2010
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Assarbad

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#1

AW: Boykott von Amazon

  Alt 6. Dez 2010, 21:09
Dass repräsentative Umfragen möglich sind, willst du jetzt aber nicht wirklich anzweifeln oder?
Doch. Wie repräsentativ die sind sieht man gern bei Wahlen. Und da sie mit ihrer Veröffentlichung das Potential haben den Ausgang einer Wahl zu beeinflussen sind sie mir ohnehin suspekt. Aber ich vermute du willst ohnehin auf etwas anderes hinaus, oder?
Oliver
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s.h.a.r.k

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#2

AW: Boykott von Amazon

  Alt 6. Dez 2010, 22:14
Alles was nun folgt ist meine persönliche Meinung. Kann auch gerne zensiert werden, wenn es gegen die AGBs des DP-Forums ist. In der Disziplin Zensur muss man sich eh langsam schon mal warm machen...

Man sollte doch immer mehr merken, dass was übelst schief läuft. Jeden Tag gibt es Meldungen in der Zeitung, die eigentlich zu einem riesem Aufschrei führen sollten. Es greift doch nur noch der nackte Kapitalismus um sich, egal mit welchem Mitteln und wie hoch die Verluste sind. Noch krasser kann man es doch gar nicht vor Augen geführt bekommen, imho. Wenn einem demokratischen (*hust*) Staat etwas unangenehm ist, dann wird es einfach aus dem Weg geräumt. Das hat ja nicht mal mehr was mit selbst Wikileaks zu tun -- wobei das gerade ein Paradebeispiel ist. Eine Demokratie (also ein Staat) führt eben auch ganz gerne aus purer Geilheit am Geld einen Krieg. Oder hat von euch einer was über einen riesen Fund an Massenvernichtungswaffen im Irak gelesen? Ich kann mich nicht dran erinnern. Drei mal darf man raten, was denn der Sinn und Zweck des ganzen war. (Kleiner Tipp am Rande -- Volker Pispers: #1, #2, #3, #4, #5) Und da gibt es wohl mehr missglückte Griffe ins Klo, als nur das genannte gerade. Ich warte nur noch drauf, bis der Iran auf einmal ganz arg böse ist.

Und sowas kann sich dann eben auch schnell für alle anderen Szenarien mal schnell überlegen. Warum wurden z.B. Zivilisten erschossen? Warum wurde nichts gegen Folter getan? Warum kommt das nicht dauerhaft im Fernsehen, was für einen Käse die tollen Amerikaner da gemacht haben? Wie oft sehe ich das Drama des 11. September immer noch im TV? Ich will diesen Tag nicht runterspielen, es war grausam, aber dann muss ich defintiv auch die Verhältnismäßigkeit betrachten und nicht nur das "arme" Amerika (also die USA), was sich immer und immer und immer wieder in der Opferrolle sieht. Ich will "uns" da gar nicht außen vor nehmen, wir machen da ja mit, dass wir einen Teil vom Kuchen bekommen. Brav mitspielen, dann bekommt man eben auch was. Es sagt nur keiner was oder es traut sich keiner zu sagen, da man ja Angst haben muss, dass man "abgesägt wird". Und sowas ist nur noch feig. Und man fragt sich halt doch ganz gerne ab und zu nach dem WARUM. Sehr schnell gelange ich da beim Thema GELD, wo wir dann auch gleich beim Thema "Demokratie" angelangt sind. Und es soll mir doch keiner erzählen, dass das alles okay so ist, wie es ist bzw. mit rechten Dingen zu geht.

Wenn heutzutage immer noch ein Mensch derart naiv ist und an eine schöne, tolle, rosarote Demokratie glaubt, die nicht von Geld abhängig ist, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Ebenso sieht es mit den Umfragen aus, da hat Assarbad schon recht. Ich persönlich habe keinen Grund mehr an so ein System zu glauben, geschweige denn dem zu vertrauen, was ich alles vorgesetzt bekomme. Es mag definitiv faire Spieler geben, aber die großen Dinger haben nichts mehr mit fair sein zu tun. Oder was ist denn mit der HRE passiert? Oder warum steht einer Bank ein SWAT-Team zur Verfügung? Ganz nach dem Motto: wenn man nichts zu verbergen hat, dann kann man seine Daten doch offen legen. Oder wäre das doch nicht so gut?

Warum ist Wikileaks eigentlich zudem so ein Problem? Hätte man nichts zu verbergen bzw. würde man ganz offen zu den Fehlern stehen, würde es gar nicht solche Probleme geben. Und selbst wenn nur 1/4 davon korrekt, stimmt mich sowas absolut nicht gut! Denn selbst dann bleibt noch sehr viel Schlechtes verborgen. Und wer denkt, dass auch gute Nachrichten zurück gehalten werden, der glaubt wohl auch an den Weihnachtsmann...

@Meflin: Klar, es sind welche möglich. Aber Theorie und Praxis sind eben zwei paar Geschichten. Aber seh meine nicht all zu schwarz/weiß, es gibt mit auch faire Spieler, wie weiter oben erwähnt.

PS: Das Wort "Geld" ist hier auch als Synonym für Korruption und Kontrolle zu sehen...

Nun ja... Ich persönlich freue mich schon mehr auf Anfang Januar, als auf Weihnachten, Neujahr und Ostern. Vielen Dank.
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#3

AW: Boykott von Amazon

  Alt 6. Dez 2010, 22:26
(Kleiner Tipp am Rande -- Volker Pispers: #1, #2, #3, #4, #5)
Der Mann macht Kabarett, dass man eigentlich eher heulen als lachen möchte... (im positiven Sinne).
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#4

AW: Boykott von Amazon

  Alt 6. Dez 2010, 22:30
Und selbst wenn von dem, was der Herr Pispers erzählt, nur 1/4 stimmt, dann ist das immer noch sehr, sehr traurig, was denn alles passiert ist und es kein Menschen interessiert, geschweige denn jemand weiß! Ich find den jedenfalls klasse. Man bildet sich dabei auch irgendwie weiter Muss zugeben, dass ich sehr viel davon nicht wirklich gewusst hatte.
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Assarbad

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#5

AW: Boykott von Amazon

  Alt 6. Dez 2010, 23:16
(Kleiner Tipp am Rande -- Volker Pispers: #1, #2, #3, #4, #5)
Im Heiseforum hat man mir mal wg. eines Pispers-Zitats (auch als solches ausgewiesen gewesen) einen Beitrag gesperrt ... Stichwort: Elfenbeinturmbewohner und Autobatterie (gerade nochmal geguckt, war am 2010-04-15)

Nachtrag: bevor hier einer denkt, dies sei Kritik an Heise. Irrtum. Ist deren Recht und ich respektiere das. Die haben dort das "Hausrecht" genau wie Daniel hier. Man hat sich zwar auf Nachfrage was genau denn anstößig gewesen sei (denn die Forenregeln/AGB waren ja verlinkt) nicht geäußert, aber was soll's. Wenn ich meine Meinung äußern will, gibt es noch glücklicherweise eigene Kanäle.
Oliver
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Geändert von Assarbad ( 6. Dez 2010 um 23:27 Uhr)
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Daniel
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#6

AW: Boykott von Amazon

  Alt 7. Dez 2010, 07:25
Hat eigentlich jemand von Euch einen brauchbaren Link zur Hand, der diese Situation einmal aus juristischer Perspektive betrachtet? Es scheint ja offenbar nicht ganz trivial zu sein, Assange anzuklagen. Offenbar wurden ihm diese Dokumente aus freien Stücken zugetragen und er hat sie "lediglich" veröffentlicht. Allem Anschein nach hat er die Beschaffung der Dokumente nicht in Auftrag gegeben und auch nicht dafür gezahlt. Das Einzige, was wir derzeit haben, ist eine Anklage wegen Vergewaltigung, die bei näherem Hinsehen aber wohl so gestrickt ist, dass der ... Akt ... (ich hoffe, das ist FSK-0 konform) prinzipiell einvernehmlich erfolgte, Assange sich jedoch weigerte, ein Kondom zu nutzen. Durchaus eine beklagenswerte Situation, aber im Normalfall nichts, was einen international verfolgt.
Daniel R. Wolf
mit Grüßen aus Hamburg
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#7

AW: Boykott von Amazon

  Alt 7. Dez 2010, 07:55
Hat eigentlich jemand von Euch einen brauchbaren Link zur Hand, der diese Situation einmal aus juristischer Perspektive betrachtet? Es scheint ja offenbar nicht ganz trivial zu sein, Assange anzuklagen.
Einen solchen Link kann ich leider nicht anbieten.

Offenbar wurden ihm diese Dokumente aus freien Stücken zugetragen und er hat sie "lediglich" veröffentlicht. Allem Anschein nach hat er die Beschaffung der Dokumente nicht in Auftrag gegeben und auch nicht dafür gezahlt.
Und wenn schon? Nachrichtenmagazine haben auch schon für die Beschaffung von Dokumenten bezahlt. Am bekanntesten ist sicher der Stern mit den Hitler-Tagebüchern, weil's da nach hinten losging. Der große Unterschied ist eigentlich "nur", daß die Nachrichtenmagazine die Quellen stark filtern und ggf. tendenziös darüber berichten. Wikileaks hingegen gibt Rohquellen weiter und es scheint auch keine Gewinnabsicht dahinterzustehen.

Das Einzige, was wir derzeit haben, ist eine Anklage wegen Vergewaltigung, die bei näherem Hinsehen aber wohl so gestrickt ist, dass der ... Akt ... (ich hoffe, das ist FSK-0 konform) prinzipiell einvernehmlich erfolgte, Assange sich jedoch weigerte, ein Kondom zu nutzen. Durchaus eine beklagenswerte Situation, aber im Normalfall nichts, was einen international verfolgt.
Nicht ganz. Es handelt sich "nur" um einen Verdacht und um Ermittlungen (obwohl ich nicht sagen kann ob nun nach dem Hinundher noch eine Anklage steht oder nicht). Es handelt sich ja auch nicht, wie vielfach fälschlich behauptet, um einen internationalen Haftbefehl, sondern um eine Red Notice (Link zur Quelle):

Zitat:
Wanted

An Interpol Red Notice is not an international arrest warrant.

These Interpol 'Red Notices' represent only a tiny fraction of the number of red notices issued by Interpol.

The persons concerned are wanted by national jurisdictions (or the International Criminal Tribunals, where appropriate) and Interpol's role is to assist the national police forces in identifying or locating those persons with a view to their arrest and extradition.
Übrigens scheint es noch drastischer zu sein in Hinsicht auf "den Akt". Wenn der mit Überzieher begann und ohne endete - mit oder ohne Einvernehmen - kann das auch als Vergewaltigung ausgelegt werden. Die beiden Damen sind für den Fall eines Fehlalarms fein raus, da sie ja nicht Anzeige erstattet haben, sondern nur die Polizei "um Rat fragten". Daher können sie für in einem solchen Fall nicht belangt werden, denn die Ermittlungen liefen ja auf Betreiben der Polizei und Staatsanwaltschaft.

Link zur Ankündigung der Red Notice von Assange.
Oliver
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Geändert von Assarbad ( 7. Dez 2010 um 07:57 Uhr)
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#8

AW: Boykott von Amazon

  Alt 7. Dez 2010, 08:59
Das Einzige, was wir derzeit haben, ist eine Anklage wegen Vergewaltigung, die bei näherem Hinsehen aber wohl so gestrickt ist, dass der ... Akt ... (ich hoffe, das ist FSK-0 konform) prinzipiell einvernehmlich erfolgte, Assange sich jedoch weigerte, ein Kondom zu nutzen. Durchaus eine beklagenswerte Situation, aber im Normalfall nichts, was einen international verfolgt.
Mal abgesehen davon, selbst wenn die Anschuldigung stimmen würde (was ich für unrealistisch halte), frage ich mich: Was würde man denn damit bezwecken wollen? Wie will man denn überhaupt nachweisen, ob die Anschuldigung stimmt? Ich würde behaupten, das geht gar nicht. Wozu also dann also eine internationale Fahndung? Sowas macht man doch nicht mal eben aus Spaß, nur um dann festzustellen, dass man gar keine Beweise hat, und den Beschuldigten wieder gehen lassen muss...
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leddl

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#9

AW: Boykott von Amazon

  Alt 7. Dez 2010, 12:18
Hat eigentlich jemand von Euch einen brauchbaren Link zur Hand, der diese Situation einmal aus juristischer Perspektive betrachtet?
Bitteschön

Zusammengefasst: Zumindest nach deutschem Recht ist das Vorgehen von WikiLeaks wohl weitestgehend legal (Einzelprüfung wäre bei Veröffentlichungen notwendig, die Menschen in Gefahr bringen). Nur der ursprüngliche "Geheimnisverräter" macht sich zweifelsfrei strafbar.
Axel Sefranek
A programmer started to cuss, cause getting to sleep was a fuss.
As he lay there in bed, looping round in his head
was: while(!asleep()) ++sheep;

Geändert von leddl ( 7. Dez 2010 um 12:22 Uhr)
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#10

AW: Boykott von Amazon

  Alt 7. Dez 2010, 13:33
@MrSpok: Okay ich korrigiere mich: FORMELL sind wir eine Demokratie, Faktisch nicht. Wir haben zwar Demokratische Rechte, die werden aber bei jeder Gelegenheit von der aktuellen Politik ausser Kraft gesetzt.

Wenn Parteien nach der Wahl sich gegenseitig irgendwas unterm Tisch zuschieben, ihre Wahlprogramme mit "KOmpromissen" verändern und verträge abschließen wer welche Meinung mit wem teilen MUSS*, dann hat das Volk am Ende nichts gewählt, ergo ist die Demokratie nicht in die Tat umgesetzt worden.

*: Bestes Beispiel: Die Grünen. Vor der Wahl "JAWOHL wir sind gegen den JMST und werden alles tun um ihn zu stoppen"

Nach der wahl:

"Wir sind noch immer dagegen, müssen aber die Klappe halten" (Die grünen haben dies selbst angegeben, twitter wnen ich richtig liege, ging im Internet frustrierend rum)


MFG
Memnarch
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