Hallo!
Wie schätzt ihr die Entwicklung bei Apple weg von x86 hin zu ARM ein? Inzwischen gibt es ja bereits einige Hardware zu kaufen und wurde ausgiebig
gebenchmarked. Die Praxis scheint die Erwartungen zu erfüllen und teils zu übertreffen.
Die etwas älteren unter uns haben die Zeit in den 1980ern und 1990ern noch miterlebt, als es im Desktop-Segment (zu dem ich im weitesten Sinne auch die Homecomputer zähle) noch bunte Vielfalt an CPU-Designs herrschte. Da gab es M68k, Sparc, PPC, RISC, MIPS und x86 lustig nebeneinander.
Irgendwann kam es dann zu der inzwischen legendären (ich würde auch das Wort "unheiligen" gebrauchen) Allianz zwischen IBM und Microsoft. Von da an marschierte alles in Richtung x86. Apple hielt noch eine Weile dagegen und blieb bei PPC. Letztlich mussten sie sich eher übel als wohl der Tatsache beugen, dass keine leistungsfähigen PPC-Designs mehr entwickelt wurden. Man wechselte auch zu x86. Wohl nie so richtig glücklich damit, weil dadurch "Hackintoshes" überhaupt erst möglich wurden.
Nun also Apple Silicon a.k.a. M1, ein ARM-Derivat. Klar, Apple möchte sein Ökosystem noch weiter abschotten, was damit problemlos gelingen dürfte. Das hat ja irgendwo auch eine politische Komponente. Denn blickt man mal über den amerikanischen Tellerrand hinaus, tut sich da einiges. China werkelt mit Zhaoxin und Kunpeng an eigenen x86- bzw. ARM-Designs. Russland versucht sich mit der Elbrus-CPU (meines Wissens erstmals wieder seit dem Ende von Transmeta) an einem VLIW-Design. Die EU kann sich noch nicht so recht entscheiden (wie so oft) und lässt sowohl an ARM als auch RISC-V forschen. Allein gemein ist: Man will weg von der US-Dominanz.
Was dabei auffällt: x86 scheint außer in den USA meist nur noch als Übergangstechnologie gesehen zu werden. Teuer, ineffizient und zu komplex.
Mich würde jedoch eure Meinung interessieren, ob nun generell wieder eine Ära der CPU-Vielfalt im Desktop-Bereich anbrechen könnte.
Grüße
Cody